Zur Ausstellung
Die neue österreichische Ausstellung im Block 17 des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau steht unter dem Titel "Entfernung. Österreich und Auschwitz". Der Begriff "Entfernung" verweist auf die geografische Distanz zwischen Österreich und Auschwitz, die Teil der nationalsozialistischen Verleugnungsstrategie des Massenmordes war. Zugleich meint Entfernung auch Vernichtung: die physische Entfernung der nach Auschwitz Deportierten, aus Österreich und aus dem Leben.
Der „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland und der Einzug Adolf Hitlers in seine ehemalige Heimat im März 1938 wurden von breiten Teilen der Bevölkerung euphorisch begrüßt.
Ideologisch konnten die Nationalsozialisten auf einen tief verwurzelten antisemitischen Konsens zählen: Der aus jahrhundertealter Judenfeindschaft hervorgegangene Rassenantisemitismus gehörte seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert zum politischen und gesellschaftlichen Alltag.
Die Monate nach dem März 1938 waren durch pogromartige antisemitische Ausschreitungen gekennzeichnet, die von vielen gutgeheißen und mitgetragen wurden. Bei den so genannten Reibpartien wurden Jüdinnen und Juden gezwungen, Straßen und Gehsteige von politischen Parolen für die Souveränität Österreichs und gegen den Nationalsozialismus zu säubern. Dies fand in aller Öffentlichkeit unter Beteiligung eines hämischen Publikums statt.
Dennoch bezeichnete sich Österreich nach 1945 als „erstes Opfer“ des NS-Regimes. Dieses Selbstverständnis, mit dem die Mitverantwortung Österreichs an den Verbrechen des Nationalsozialismus geleugnet wurde, bestand noch lange fort und wandelte sich erst langsam ab den 1980er-Jahren.
Judenfeindschaft, antijüdische Stereotype und Vorurteile waren in Österreich bereits seit dem Mittelalter verbreitet. Wirtschaftliches Kalkül hatte schon damals zu Pogromen geführt, die mit erfundenen Beschuldigungen gegen Jüdinnen und Juden (Ritualmord, Hostienschändung, Brunnenvergiftung) gerechtfertigt wurden. Die Kirche sah in den Jüdinnen und Juden die Christusmörder und war damit die treibende Kraft zur Verbreitung und Tradierung antijüdischer Ressentiments.
Mit dem Einsetzen des Frühkapitalismus wandelten sich auch die Vorwürfe gegenüber Jüdinnen und Juden. Der Wucher, damit war allgemein das Nehmen von Zinsen gemeint, wurde nun im Kontext der Kapitalismuskritik zum antijüdischen Vorwurf. Die jüdische Bevölkerung wurde zunehmend, auch wenn der Großteil vom kleinen Warenhandel und nicht vom Kreditgeschäft lebte, mit dem Großkapital gleichgesetzt. Die vormoderne Judenfeindschaft zielte letztendlich auf die Bekehrung der Jüdinnen und Juden zum Christentum ab. Bereits seit Martin Luther wurde die Diskussion geführt, ob eine „jüdische Natur“ existiere, die durch die Taufe nicht verändert werden könne.
Die Aufklärung schuf die Grundlage für eine Integration von Jüdinnen und Juden, allerdings nur für jene, die dem Staat von wirtschaftlichem Nutzen waren. Die Forderung nach rechtlicher Gleichstellung der jüdischen Bevölkerung im Zuge der Revolution von 1848/49 wurde schließlich 1867 durchgesetzt. Gleichzeitig verbreitete sich eine neue Form der Judenfeindschaft: der rassistische Antisemitismus. Dieser baute auf der tradierten Judenfeindschaft auf, integrierte sie in die moderne Wissenschaft der Rassenkunde und machte die vertrauten Stereotype zu „wissenschaftlich messbaren“ Kennzeichen einer „jüdischen Rasse“.
Die antisemitische Ideologie durchdrang ab dem späten 19. Jahrhundert alle gesellschaftlichen Schichten und wurde in Österreich zunächst vom christlich-sozialen Wiener Bürgermeister Karl Lueger, später aber in unterschiedlichem Maß von allen politischen Parteien aufgegriffen. Der Nationalsozialismus stellte den rassistischen Antisemitismus in den Mittelpunkt seines politischen Programms, das in der Vertreibung und Vernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden endete.
Der „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich und damit die Einführung der Nürnberger Gesetze von 1935 hatten für die jüdische Bevölkerung weitreichende Konsequenzen: Schrittweise wurden ihnen alle bürgerlichen Rechte aberkannt. Bereits die Wochen nach dem Einzug Adolf Hitlers in seine alte Heimat waren von pogromartigen Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung geprägt: Jüdinnen und Juden wurden gezwungen, in so genannten Reibpartien Parolen des austrofaschistischen Regimes gegen den „Anschluss“ vor den Augen eines zum Teil hämischen Publikums von den Straßen zu waschen. Jüdische Geschäfte wurden beschmiert, geplündert und zerstört.
1939 bis 1942 wurden die in Österreich lebenden Jüdinnen und Juden vorwiegend vom Aspangbahnhof aus in die Konzentrationslager und Vernichtungsstätten deportiert. Danach gingen die Transporte vor allem vom Wiener Nordbahnhof ab, wie jene der Roma und Sinti. Auch andere Bahnhöfe in ganz Österreich wurden dazu benutzt, Menschen in die Konzentrations- und Vernichtungslager zu deportieren.
-
Antisemitische Ausschreitungen, Wien 1938
Foto: unbekannt -
Antisemitische Ausschreitungen, Wien 1938
Foto: unbekannt -
Antisemitische Ausschreitungen, Wien 1938
Foto: unbekannt -
Antisemitische Ausschreitungen, Wien 1938
Foto: unbekannt -
Antisemitische Ausschreitungen, Wien 1938
Foto: unbekannt -
Antisemitische Ausschreitungen, Wien 1938
Foto: unbekannt -
Antisemitische Ausschreitungen, Wien 1938
Foto: unbekannt -
Antisemitische Ausschreitungen, Wien 1938
Foto: unbekannt -
Antisemitische Ausschreitungen, Wien 1938
Foto: unbekannt -
Antisemitische Ausschreitungen, Wien 1938
Foto: unbekannt -
Antisemitische Ausschreitungen, Wien 1938
Foto: unbekannt -
Antisemitische Ausschreitungen, Wien 1938
Foto: unbekannt -
Antisemitische Ausschreitungen, Wien 1938
Foto: unbekannt -
Antisemitische Ausschreitungen, Wien 1938
Foto: unbekannt -
Antisemitische Ausschreitungen, Wien 1938
Foto: unbekannt -
Antisemitische Ausschreitungen, Wien 1938
Foto: unbekannt -
Antisemitische Ausschreitungen, Stockerau 1938
Foto: unbekannt
Nach dem Ersten Weltkrieg verschärften sich in Österreich wie in vielen Ländern Europas die Gegensätze zwischen gesellschaftlichen Gruppen und politischen Lagern. Demokratie und Parlamentarismus wurden zunehmend abgelehnt. Gewalttätige Zusammenstöße zwischen den verschiedenen politischen Richtungen prägten das politische Klima. Dies beförderte den Aufstieg der österreichischen NSDAP, die Anfang der 1930er-Jahre zur Massenbewegung wurde und ihre Ziele mit Gewalt verfolgte. Trotz ihres Verbots im Juni 1933 gingen Terror und Propaganda weiter und mündeten – unter massivem politischem, wirtschaftlichem und militärischem Druck Deutschlands – am 13. März 1938 im „Anschluss“ an das Deutsche Reich, der von vielen Österreicherinnen und Österreichern euphorisch begrüßt wurde. Mit dem Einmarsch der Deutschen Wehrmacht begann im März 1938 die NS-Herrschaft in Österreich.
In kurzer Zeit wurde die nationalsozialistische Gewaltherrschaft in Österreich etabliert. Der NS-Machtapparat legalisierte Gewalt und Ausgrenzung und forcierte die Hetze gegen seine Feindbilder. Bereits der „Anschluss“ wurde von brutalen Übergriffen auf Jüdinnen und Juden sowie politische Gegnerinnen und Gegner begleitet. Breite Teile der österreichischen Bevölkerung profitierten hingegen vom neuen System und begrüßten die Verfolgungsmaßnahmen. Ihnen eröffneten sich neue Karrieremöglichkeiten. Den Höhepunkt der judenfeindlichen Maßnahmen stellte dabei das organisierte Pogrom vom 9./10. November 1938 dar, in dessen Zuge die österreichischen Synagogen und Bethäuser fast ausnahmslos zerstört, zahlreiche Geschäfte geplündert und Menschen misshandelt und ermordet wurden. Allein in Wien wurden fast 5.000 jüdische Männer verhaftet und in Konzentrationslager deportiert.
Das Ende des Ersten Weltkrieges bedeutete auch das Ende der österreichisch-ungarischen Monarchie. Aufgrund der Zerstörung des großen Wirtschaftsgebiets und wegen des unterentwickelten Landwirtschaftssektors kam es immer wieder zu Hungersnöten, die Ausschreitungen und Unruhen nach sich zogen. Inflation und Arbeitslosigkeit nahmen verheerende Ausmaße an.
Ab 1927 steigerten sich die gewalttätigen Zusammenstöße zwischen den politischen Gruppierungen zum latenten Bürgerkrieg. Parallel zur Entwicklung in Deutschland begann Anfang der 1930er-Jahre auch in Österreich der Aufstieg der NSDAP, die bei den Landtags- und Gemeinderatswahlen im Frühjahr 1932 enorme Stimmengewinne verzeichnen konnte. Dies führte zu einer Zersplitterung des bürgerlichen Blocks und einem klaren Rechtsruck. Dementsprechend wurde der Ruf nach einem autoritären Staat und der Abschaffung von Parteienstaat und Demokratie laut. Gleichzeitig begann die Regierung unter Engelbert Dollfuß ab Herbst 1932, mit der Anwendung des „Kriegswirtschaftlichen Ermächtigungsgesetzes“ zur Durchsetzung ihrer Ziele den Nationalrat zu umgehen, bis sie am 4. März 1933 einen abstimmungstechnischen Fehler nutzte, um das demokratische System schrittweise abzuschaffen. Fortan regierte sie mittels rechtswidriger Notverordnungen und errichtete eine Diktatur in Anlehnung an den italienischen Faschismus („Austrofaschismus“). Im Mai 1933 wurde der Kommunistischen Partei Österreichs jede Betätigung untersagt. Nach blutigen Kämpfen im Februar 1934 zwischen der Sozialdemokratie und der austrofaschistischen Regierung wurde die Sozialdemokratische Partei verboten.
-
Zerrissene Autogrammfotos und Briefe von Hugo Bettauer (1872–1925), aus dem Strafakt seines Mörders Otto Rothstock (1904–ca. 1989)
In der Person des erfolgreichen Wiener Publizisten Hugo Bettauer vereinigten sich zentrale Feindbilder des Nationalsozialismus: Er war Sozialdemokrat jüdischer Herkunft und Verfechter einer modernen Sexualmoral. Am 10. März 1925 schoss der arbeitslose Zahntechniker und Nationalsozialist Otto Rothstock auf Bettauer in dessen Büro und zerriss seine Fotos und Briefe. Bettauer erlag wenig später seinen Verletzungen. Er war das erste Mordopfer der Nationalsozialisten in Österreich. -
Werbeplakat der NSDAP für die Wiener Landtags- und Gemeinderatswahl am 24.4.1932
Christliche Judenfeindschaft wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts zusehends von wirtschaftlichem und rassistischem Antisemitismus überlagert. Schon damals hetzten unter anderem die Christlichsoziale Partei und der Wiener Bürgermeister Karl Lueger gegen die jüdische Bevölkerung. Die Liedzeile „Wenn Judenblut vom Messer spritzt“ wurde schon in den 1920er-Jahren in antisemitischen Kreisen gesungen und später von der nationalsozialistischen Propaganda aufgegriffen. -
Titelseite der „Reichspost“, 26.7.1934
Am 25. Juli 1934 unternahm die österreichische NSDAP einen Putschversuch. Im Zuge dessen erschossen österreichische SS-Angehörige Bundeskanzler Engelbert Dollfuß. Am folgenden Tag berichtete unter anderem die „Reichspost“, eine der Christlichsozialen Partei nahestehende Tageszeitung, über den Mord. -
Tagebucheintrag des Salzburger Regierungsrats Josef Hummel zum „Anschluss“ Österreichs am 12.3.1938
Die aufwendige Gestaltung des Tagebucheintrags zeigt die persönliche Begeisterung eines Österreichers über die nationalsozialistische Machtübernahme. -
Propagandazettel zur Volksabstimmung am 10.4.1938 über die „Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich“
Eine Volksabstimmung sollte den „Anschluss“ nachträglich legitimieren. Dafür wurde ein immenser propagandistischer Aufwand betrieben, die Stimmabgabe erfolgte nicht geheim. Laut Abstimmungsergebnis hatten über 99 % der Stimmberechtigten „Ja“ angekreuzt. -
Verbrannte Tora-Krone / Keter Tora der Währinger Synagoge, Wien
Am 9. und 10. November 1938 fanden im gesamten Deutschen Reich organisierte Pogrome gegen die jüdische Bevölkerung und Angriffe auf jüdische Einrichtungen statt. Diese Krone schmückte in der Währinger Synagoge eine Tora-Rolle – die Heilige Schrift des Judentums. Ein Großteil der Synagogen Österreichs samt ihren Kult- und Ritualgegenständen wurde in diesen Tagen gezielt zerstört. -
Handgeschriebener Lebenslauf mit Fotos von Maximilian Grabner (1905–1948), 1939
Der Wiener Polizist Maximilian Grabner schloss sich 1932 der österreichischen NSDAP an. Im November 1939 wurde er zur Staatspolizeileitstelle Kattowitz, ein halbes Jahr später nach Auschwitz versetzt. Dort war er Leiter der Politischen Abteilung, der sogenannten Lager-Gestapo. -
Handgeschriebener Lebenslauf mit Fotos von Maximilian Grabner (1905–1948), 1939
Der Wiener Polizist Maximilian Grabner schloss sich 1932 der österreichischen NSDAP an. Im November 1939 wurde er zur Staatspolizeileitstelle Kattowitz, ein halbes Jahr später nach Auschwitz versetzt. Dort war er Leiter der Politischen Abteilung, der sogenannten Lager-Gestapo. -
Stammkarte des SS-Personalhauptamts von Walter Dejaco (1909–1978), 1941–1945
Der Innsbrucker Architekt Walter Dejaco trat 1933 der illegalen SS bei. Nach dem „Anschluss“ begann sein Aufstieg innerhalb der SS, der ihn 1940 nach Auschwitz führte. Dort war er für die Planung der Vernichtungsanlagen und Krematorien mitverantwortlich. -
Stammkarte des SS-Personalhauptamts von Walter Dejaco (1909–1978), 1941–1945
Der Innsbrucker Architekt Walter Dejaco trat 1933 der illegalen SS bei. Nach dem „Anschluss“ begann sein Aufstieg innerhalb der SS, der ihn 1940 nach Auschwitz führte. Dort war er für die Planung der Vernichtungsanlagen und Krematorien mitverantwortlich.
Die Bombenanschläge der Wiener SS im Juni 1933 markierten den Beginn des terroristischen Kurses der österreichischen NSDAP. Trotz des Verbots der Partei am 19. Juni 1933 setzte die NSDAP, unterstützt durch Deutschland, ihre Terroraktionen in der Illegalität fort. Diese Entwicklung gipfelte im Putschversuch im Juli 1934, in dessen Verlauf Bundeskanzler Dollfuß von Angehörigen der Wiener SS ermordet wurde.
Das Verhältnis Österreichs zum nationalsozialistischen Deutschland verschärfte sich zunehmend, da das Deutsche Reich massiven politischen, wirtschaftlichen und militärischen Druck ausübte. Dies mündete schließlich im „Anschluss“ am 13. März 1938, der von vielen Österreicherinnen und Österreichern euphorisch begrüßt wurde. Mit dem Einmarsch der Deutschen Wehrmacht begann im März 1938 die NS-Herrschaft in Österreich.
Die Etablierung der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Österreich war von brutalen Übergriffen auf die jüdische Bevölkerung sowie von tausenden Verhaftungen von politischen Gegnerinnen und Gegnern gekennzeichnet. Breite Teile der österreichischen Bevölkerung profitierten vom neuen System, viele beteiligten sich an Raub und Gewalt. Den Höhepunkt der judenfeindlichen Maßnahmen stellte dabei das organisierte Pogrom vom 9./10. November 1938 dar, in dessen Zuge die österreichischen Synagogen und Bethäuser fast ausnahmslos zerstört, zahlreiche Geschäfte geplündert und allein in Wien fast 5.000 jüdische Männer verhaftet und in Konzentrationslager deportiert wurden.
Von 1772 bis 1918 gehörte das Herzogtum Auschwitz zur Habsburgermonarchie, bis es nach Ende des Ersten Weltkrieges Teil Polens wurde. Nach dem Überfall der Deutschen Wehrmacht kam es im September 1939 auch in der Stadt Auschwitz, polnisch Oświęcim, zu heftigen Kämpfen. Auschwitz wurde Teil des Deutschen Reichs. Entsprechend der rassistischen „Lebensraum“-Politik sollte auch hier Platz für Deutsche geschaffen und die ansässige jüdische und nicht jüdische polnische Bevölkerung ausgesiedelt werden. Am 1. Februar 1940 befahl der Reichsführer SS Heinrich Himmler, nach einem geeigneten Standort für die Errichtung eines weiteren Konzentrationslagers zu suchen. Die Wahl fiel auf das ehemalige k.u.k. Kasernengelände in Auschwitz, da es über eine geeignete Bahnanbindung verfügte. Auschwitz wurde anfangs vor allem als Konzentrationslager für polnische Häftlinge verwendet, später kamen sowjetische Kriegsgefangene und schließlich andere verfolgte Gruppen, insbesondere Jüdinnen und Juden sowie Roma und Sinti, hinzu. Ab 1942 wurde Auschwitz zum größten Vernichtungslager für die jüdische Bevölkerung Europas.
Am 27. April 1940 ordnete Heinrich Himmler die Errichtung eines Konzentrationslagers in Auschwitz an. Ende Mai 1940 kamen die ersten Häftlingstransporte an. Gemeinsam mit der polnischen Zivilbevölkerung wurden die Häftlinge zum Aufbau des später so genannten Stammlagers Auschwitz I gezwungen. In dieser Zeit war Auschwitz vor allem ein Konzentrationslager für polnische Häftlinge. Im Februar 1941 wurde es durch das Außenlager Monowitz erweitert, in dem Inhaftierte zur Zwangsarbeit für den deutschen Konzern IG-Farben eingesetzt waren. Mit dem Überfall auf die Sowjetunion im Sommer 1941 begann in dem ca. drei Kilometer vom Stammlager Auschwitz I gelegenen Ort Brzezinka die Planung für das KZ Auschwitz-Birkenau (Auschwitz II). Zunächst als Lager für sowjetische Kriegsgefangene gedacht, wurde es kurze Zeit später zu einem zentralen Vernichtungsort für die Jüdinnen und Juden Europas.
-
Fotoalbum des Wehrmachtssoldaten Ludwig Hofer (1915–2002) mit privaten Aufnahmen vom deutschen Angriffskrieg gegen Polen, 1939
Der Oberösterreicher Ludwig Hofer war Obergefreiter der Deutschen Luftwaffe. Sein Fotoalbum zeigt die Zerstörungen der Deutschen Wehrmacht in Polen. -
Schreiben von Maximilian Grabner an die Zentralbauleitung des KZ Auschwitz, 7.6.1941
Aufgrund des Dauerbetriebs der zwei Verbrennungsöfen im Leichenraum des Krematoriums im „Stammlager“ Auschwitz I forderte Grabner den Einbau einer zweiten Lüftung, um die Geruchsbelästigung zu mindern und eine mögliche Übertragung von Krankheiten auf das Personal zu verhindern. -
Gruppenfoto der „Zentralbauleitung der Waffen-SS und Polizei“ des KZ Auschwitz, 1943. Im Bild der Leiter Karl Bischoff (4. v. re.) sowie die Österreicher Walter Dejaco (3. v. re.) und Fritz Ertl (2. Reihe, 4. v. li.) Fotograf: unbekannt
Walter Dejaco und Fritz Ertl (1908–1982) waren die wichtigsten Architekten der Zentralbauleitung. Der am Bauhaus ausgebildete Ertl war in Auschwitz für die Errichtung von Gebäuden verantwortlich, vorübergehend stellvertretender Zentralbauleiter und entwarf einen frühen Lagerplan von Auschwitz II-Birkenau. -
Plan für die Krematorien in Auschwitz II-Birkenau, unterzeichnet von Walter Dejaco, 1942
Als Leiter des Planungsbüros unterschrieb Walter Dejaco die von Häftlingen gezeichneten Planvarianten für die Vernichtungsanlagen in Auschwitz II-Birkenau. Die Bautätigkeit beaufsichtigte der wegen seiner Brutalität gefürchtete Salzburger Bauingenieur Josef Janisch (1909–1964).
Bereits seit Herbst 1940 waren in Auschwitz Häftlinge durch Giftgas ermordet worden, zunächst im Stammlager, später auch in zwei ehemaligen Bauernhäusern in Birkenau. Im Dezember 1941 fiel die Entscheidung, in die Krematoriumsanlagen große Gaskammern zu integrieren. Damit wurde das KZ Auschwitz-Birkenau zum Vernichtungslager.
Eine Schlüsselrolle beim Aufbau des Lagerkomplexes kam der SS-Zentralbauleitung zu, die mit der Planung und Durchführung der Bautätigkeiten betraut war. Dabei nahmen einige Österreicher von Beginn an eine Schlüsselrolle ein, allen voran der aus Tirol stammende Architekt Walter Dejaco und der Architekt Fritz Ertl aus Oberösterreich. Der Bau der Vernichtungsanlagen wurde von dem wegen seiner Brutalität gefürchteten Salzburger Josef Janisch beaufsichtigt.
Der Lagerkomplex Auschwitz war somit eine Mischform aus Konzentrations-, Kriegsgefangenen-, Zwangsarbeits- und Vernichtungslager. Neben den drei zentralen Lagerteilen mussten Häftlinge aber auch in ca. 50 Außenlagern Zwangsarbeit leisten.
Das NS-Regime entwickelte zur Durchsetzung seiner Verfolgungs- und Vernichtungspolitik rasch eigene organisatorische Strukturen. Auf Betreiben Reinhard Heydrichs, des Chefs des Sicherheitsdienstes der SS in Berlin, wurde die „Zentralstelle für jüdische Auswanderung“ in Wien geschaffen. Unter der Leitung von Adolf Eichmann entstand damit ein Modell für die systematische Beraubung und Vertreibung der jüdischen Bevölkerung. Ab Herbst 1939 übernahm die „Zentralstelle“ auch die Organisation und Durchführung der Deportationen aus Österreich. Das NS-Regime zwang die Funktionäre der jüdischen Gemeinden, an der Vertreibung und späteren Deportation ihrer Mitglieder mitzuwirken.
Nach dem „Anschluss“ wurde der nationalsozialistische Terrorismus der 1930er-Jahre durch staatlichen Terror abgelöst. Für die Ausübung der Gewaltmaßnahmen schuf das NS-Regime rasch institutionelle Strukturen. So nahm die Geheime Staatspolizei (Gestapo) Wien im ehemaligen Hotel Métropole Anfang April 1938 ihre Arbeit auf. Sie war mit über 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte Staatspolizeileitstelle des Deutschen Reichs. Am 1. April wurden die ersten österreichischen Gefangenen, vorwiegend Prominente aus Politik, Kunst und Kultur, von Wien in das KZ Dachau deportiert. Mit Kriegsbeginn 1939 wurde das auf Befehl Heinrich Himmlers errichtete Reichssicherheitshauptamt in Berlin zum maßgeblichen Instrument der Verfolgung all jener, die aus „rassischen“, politischen und weltanschaulichen Gründen zu Gegnerinnen und Gegnern des NS-Regimes erklärt worden waren. 1943 übernahm mit Ernst Kaltenbrunner ein Österreicher die Leitung des Reichssicherheitshauptamts, der damit an der Spitze der Vernichtungsmaschinerie stand. Die systematisch durchgeführten Verfolgungsmaßnahmen und Vertreibungen, die Entrechtung und Entmenschlichung zielten in erster Linie und in großem Maßstab auf die jüdische Bevölkerung und politisch Andersdenkende ab.
Die Gewaltmaßnahmen gegen die jüdische Bevölkerung zeigten sich nach dem „Anschluss“ in vielfältiger Art und Weise, wie etwa in öffentlichen Demütigungen, Verhaftungen und körperlichen Übergriffen, Verwüstungen von Geschäften und Institutionen. Sofort setzten auch die „wilden Arisierungen“ ein: NS-Banden zogen plündernd durch die Straßen, ebenso nutzten Nachbarinnen und Nachbarn sowie Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartner die Gunst der Stunde, um sich am Besitz der jüdischen Bevölkerung zu bereichern.
-
Aufnahmescheine der „Gestapo-Kartei“, Staatspolizeileitstelle Wien, 1938–1945
Sofort nach dem „Anschluss“ schuf das NS-Regime Instrumente zur Verfolgung seiner Gegnerinnen und Gegner. Am 1. April 1938 nahm die Geheime Staatspolizei (Gestapo) Wien ihre Arbeit auf. Sie war mit über 900 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen die größte Staatspolizeileitstelle des Deutschen Reichs. Ihre erkennungsdienstliche Kartei umfasste bis zu 50.000 Personen, davon sind 11.124 Aufnahmescheine erhalten geblieben. -
Aufnahmescheine der „Gestapo-Kartei“, Staatspolizeileitstelle Wien, 1938–1945
Sofort nach dem „Anschluss“ schuf das NS-Regime Instrumente zur Verfolgung seiner Gegnerinnen und Gegner. Am 1. April 1938 nahm die Geheime Staatspolizei (Gestapo) Wien ihre Arbeit auf. Sie war mit über 900 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen die größte Staatspolizeileitstelle des Deutschen Reichs. Ihre erkennungsdienstliche Kartei umfasste bis zu 50.000 Personen, davon sind 11.124 Aufnahmescheine erhalten geblieben. -
Aufnahmescheine der „Gestapo-Kartei“, Staatspolizeileitstelle Wien, 1938–1945
Sofort nach dem „Anschluss“ schuf das NS-Regime Instrumente zur Verfolgung seiner Gegnerinnen und Gegner. Am 1. April 1938 nahm die Geheime Staatspolizei (Gestapo) Wien ihre Arbeit auf. Sie war mit über 900 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen die größte Staatspolizeileitstelle des Deutschen Reichs. Ihre erkennungsdienstliche Kartei umfasste bis zu 50.000 Personen, davon sind 11.124 Aufnahmescheine erhalten geblieben. -
Aufnahmescheine der „Gestapo-Kartei“, Staatspolizeileitstelle Wien, 1938–1945
Sofort nach dem „Anschluss“ schuf das NS-Regime Instrumente zur Verfolgung seiner Gegnerinnen und Gegner. Am 1. April 1938 nahm die Geheime Staatspolizei (Gestapo) Wien ihre Arbeit auf. Sie war mit über 900 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen die größte Staatspolizeileitstelle des Deutschen Reichs. Ihre erkennungsdienstliche Kartei umfasste bis zu 50.000 Personen, davon sind 11.124 Aufnahmescheine erhalten geblieben. -
Aufnahmescheine der „Gestapo-Kartei“, Staatspolizeileitstelle Wien, 1938–1945
Sofort nach dem „Anschluss“ schuf das NS-Regime Instrumente zur Verfolgung seiner Gegnerinnen und Gegner. Am 1. April 1938 nahm die Geheime Staatspolizei (Gestapo) Wien ihre Arbeit auf. Sie war mit über 900 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen die größte Staatspolizeileitstelle des Deutschen Reichs. Ihre erkennungsdienstliche Kartei umfasste bis zu 50.000 Personen, davon sind 11.124 Aufnahmescheine erhalten geblieben. -
Aufnahmescheine der „Gestapo-Kartei“, Staatspolizeileitstelle Wien, 1938–1945
Sofort nach dem „Anschluss“ schuf das NS-Regime Instrumente zur Verfolgung seiner Gegnerinnen und Gegner. Am 1. April 1938 nahm die Geheime Staatspolizei (Gestapo) Wien ihre Arbeit auf. Sie war mit über 900 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen die größte Staatspolizeileitstelle des Deutschen Reichs. Ihre erkennungsdienstliche Kartei umfasste bis zu 50.000 Personen, davon sind 11.124 Aufnahmescheine erhalten geblieben. -
Aufnahmescheine der „Gestapo-Kartei“, Staatspolizeileitstelle Wien, 1938–1945
Sofort nach dem „Anschluss“ schuf das NS-Regime Instrumente zur Verfolgung seiner Gegnerinnen und Gegner. Am 1. April 1938 nahm die Geheime Staatspolizei (Gestapo) Wien ihre Arbeit auf. Sie war mit über 900 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen die größte Staatspolizeileitstelle des Deutschen Reichs. Ihre erkennungsdienstliche Kartei umfasste bis zu 50.000 Personen, davon sind 11.124 Aufnahmescheine erhalten geblieben. -
Aufnahmescheine der „Gestapo-Kartei“, Staatspolizeileitstelle Wien, 1938–1945
Sofort nach dem „Anschluss“ schuf das NS-Regime Instrumente zur Verfolgung seiner Gegnerinnen und Gegner. Am 1. April 1938 nahm die Geheime Staatspolizei (Gestapo) Wien ihre Arbeit auf. Sie war mit über 900 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen die größte Staatspolizeileitstelle des Deutschen Reichs. Ihre erkennungsdienstliche Kartei umfasste bis zu 50.000 Personen, davon sind 11.124 Aufnahmescheine erhalten geblieben. -
Aufnahmescheine der „Gestapo-Kartei“, Staatspolizeileitstelle Wien, 1938–1945
Sofort nach dem „Anschluss“ schuf das NS-Regime Instrumente zur Verfolgung seiner Gegnerinnen und Gegner. Am 1. April 1938 nahm die Geheime Staatspolizei (Gestapo) Wien ihre Arbeit auf. Sie war mit über 900 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen die größte Staatspolizeileitstelle des Deutschen Reichs. Ihre erkennungsdienstliche Kartei umfasste bis zu 50.000 Personen, davon sind 11.124 Aufnahmescheine erhalten geblieben. -
Aufnahmescheine der „Gestapo-Kartei“, Staatspolizeileitstelle Wien, 1938–1945
Sofort nach dem „Anschluss“ schuf das NS-Regime Instrumente zur Verfolgung seiner Gegnerinnen und Gegner. Am 1. April 1938 nahm die Geheime Staatspolizei (Gestapo) Wien ihre Arbeit auf. Sie war mit über 900 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen die größte Staatspolizeileitstelle des Deutschen Reichs. Ihre erkennungsdienstliche Kartei umfasste bis zu 50.000 Personen, davon sind 11.124 Aufnahmescheine erhalten geblieben. -
Aufnahmescheine der „Gestapo-Kartei“, Staatspolizeileitstelle Wien, 1938–1945
Sofort nach dem „Anschluss“ schuf das NS-Regime Instrumente zur Verfolgung seiner Gegnerinnen und Gegner. Am 1. April 1938 nahm die Geheime Staatspolizei (Gestapo) Wien ihre Arbeit auf. Sie war mit über 900 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen die größte Staatspolizeileitstelle des Deutschen Reichs. Ihre erkennungsdienstliche Kartei umfasste bis zu 50.000 Personen, davon sind 11.124 Aufnahmescheine erhalten geblieben. -
Aufnahmescheine der „Gestapo-Kartei“, Staatspolizeileitstelle Wien, 1938–1945
Sofort nach dem „Anschluss“ schuf das NS-Regime Instrumente zur Verfolgung seiner Gegnerinnen und Gegner. Am 1. April 1938 nahm die Geheime Staatspolizei (Gestapo) Wien ihre Arbeit auf. Sie war mit über 900 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen die größte Staatspolizeileitstelle des Deutschen Reichs. Ihre erkennungsdienstliche Kartei umfasste bis zu 50.000 Personen, davon sind 11.124 Aufnahmescheine erhalten geblieben. -
Aufnahmescheine der „Gestapo-Kartei“, Staatspolizeileitstelle Wien, 1938–1945
Sofort nach dem „Anschluss“ schuf das NS-Regime Instrumente zur Verfolgung seiner Gegnerinnen und Gegner. Am 1. April 1938 nahm die Geheime Staatspolizei (Gestapo) Wien ihre Arbeit auf. Sie war mit über 900 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen die größte Staatspolizeileitstelle des Deutschen Reichs. Ihre erkennungsdienstliche Kartei umfasste bis zu 50.000 Personen, davon sind 11.124 Aufnahmescheine erhalten geblieben. -
Aufnahmescheine der „Gestapo-Kartei“, Staatspolizeileitstelle Wien, 1938–1945
Sofort nach dem „Anschluss“ schuf das NS-Regime Instrumente zur Verfolgung seiner Gegnerinnen und Gegner. Am 1. April 1938 nahm die Geheime Staatspolizei (Gestapo) Wien ihre Arbeit auf. Sie war mit über 900 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen die größte Staatspolizeileitstelle des Deutschen Reichs. Ihre erkennungsdienstliche Kartei umfasste bis zu 50.000 Personen, davon sind 11.124 Aufnahmescheine erhalten geblieben. -
Aufnahmescheine der „Gestapo-Kartei“, Staatspolizeileitstelle Wien, 1938–1945
Sofort nach dem „Anschluss“ schuf das NS-Regime Instrumente zur Verfolgung seiner Gegnerinnen und Gegner. Am 1. April 1938 nahm die Geheime Staatspolizei (Gestapo) Wien ihre Arbeit auf. Sie war mit über 900 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen die größte Staatspolizeileitstelle des Deutschen Reichs. Ihre erkennungsdienstliche Kartei umfasste bis zu 50.000 Personen, davon sind 11.124 Aufnahmescheine erhalten geblieben. -
Aufnahmescheine der „Gestapo-Kartei“, Staatspolizeileitstelle Wien, 1938–1945
Sofort nach dem „Anschluss“ schuf das NS-Regime Instrumente zur Verfolgung seiner Gegnerinnen und Gegner. Am 1. April 1938 nahm die Geheime Staatspolizei (Gestapo) Wien ihre Arbeit auf. Sie war mit über 900 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen die größte Staatspolizeileitstelle des Deutschen Reichs. Ihre erkennungsdienstliche Kartei umfasste bis zu 50.000 Personen, davon sind 11.124 Aufnahmescheine erhalten geblieben. -
Aufnahmescheine der „Gestapo-Kartei“, Staatspolizeileitstelle Wien, 1938–1945
Sofort nach dem „Anschluss“ schuf das NS-Regime Instrumente zur Verfolgung seiner Gegnerinnen und Gegner. Am 1. April 1938 nahm die Geheime Staatspolizei (Gestapo) Wien ihre Arbeit auf. Sie war mit über 900 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen die größte Staatspolizeileitstelle des Deutschen Reichs. Ihre erkennungsdienstliche Kartei umfasste bis zu 50.000 Personen, davon sind 11.124 Aufnahmescheine erhalten geblieben. -
Aufnahmescheine der „Gestapo-Kartei“, Staatspolizeileitstelle Wien, 1938–1945
Sofort nach dem „Anschluss“ schuf das NS-Regime Instrumente zur Verfolgung seiner Gegnerinnen und Gegner. Am 1. April 1938 nahm die Geheime Staatspolizei (Gestapo) Wien ihre Arbeit auf. Sie war mit über 900 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen die größte Staatspolizeileitstelle des Deutschen Reichs. Ihre erkennungsdienstliche Kartei umfasste bis zu 50.000 Personen, davon sind 11.124 Aufnahmescheine erhalten geblieben. -
Aufnahmescheine der „Gestapo-Kartei“, Staatspolizeileitstelle Wien, 1938–1945
Sofort nach dem „Anschluss“ schuf das NS-Regime Instrumente zur Verfolgung seiner Gegnerinnen und Gegner. Am 1. April 1938 nahm die Geheime Staatspolizei (Gestapo) Wien ihre Arbeit auf. Sie war mit über 900 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen die größte Staatspolizeileitstelle des Deutschen Reichs. Ihre erkennungsdienstliche Kartei umfasste bis zu 50.000 Personen, davon sind 11.124 Aufnahmescheine erhalten geblieben. -
Aufnahmescheine der „Gestapo-Kartei“, Staatspolizeileitstelle Wien, 1938–1945
Sofort nach dem „Anschluss“ schuf das NS-Regime Instrumente zur Verfolgung seiner Gegnerinnen und Gegner. Am 1. April 1938 nahm die Geheime Staatspolizei (Gestapo) Wien ihre Arbeit auf. Sie war mit über 900 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen die größte Staatspolizeileitstelle des Deutschen Reichs. Ihre erkennungsdienstliche Kartei umfasste bis zu 50.000 Personen, davon sind 11.124 Aufnahmescheine erhalten geblieben.
Die Pogromstimmung und der unkontrollierte Raub jüdischen Eigentums führten seitens des NS-Regimes zum Erlass gesetzlich-administrativer Maßnahmen einer „geordneten“ wirtschaftlichen Entrechtung von Jüdinnen und Juden. Auf Betreiben Reinhard Heydrichs, des Chefs des Sicherheitsdienstes der SS in Berlin, wurde die „Zentralstelle für jüdische Auswanderung“ in Wien geschaffen. Unter der Leitung von Adolf Eichmann entstand damit ein Modell für die systematische Beraubung und Vertreibung der jüdischen Bevölkerung. Mit der Errichtung der „Vermögensverkehrsstelle“ wurde der Raub legalisiert und flächendeckend durchgeführt, die „Arisierungsgewinne“ nun für das NS-Regime und ihre Anhängerinnen und Anhänger gesichert.
Die juristische Grundlage der Ausgrenzung der jüdischen Bevölkerung – Berufsverbote, Aberkennung der akademischen Grade, Enteignungen, Diskriminierung und Stigmatisierung, Wohnungsentzug und Ausbürgerung – wurde durch Sondergesetze geschaffen. Zehntausende österreichische Jüdinnen und Juden versuchten, nach Konfiszierung ihres Hab und Guts aus Österreich zu flüchten. Mit Beginn des Krieges war es kaum mehr möglich zu entkommen. Ab Herbst 1939 übernahm die „Zentralstelle“ auch die Organisation und Durchführung der Deportationen aus Österreich. Als besondere Perfidie wurden die so genannten Judenräte bzw. Ältestenräte zur Kooperation gezwungen.
Vor der Durchführung der Deportationen gab es zahlreiche Maßnahmen zur Erfassung der jüdischen Bevölkerung. Aus ganz Österreich wurden die Jüdinnen und Juden nach Wien zwangsübersiedelt und, so wie auch die Wiener Jüdinnen und Juden, in Sammelwohnungen konzentriert. Unmittelbar nach dem Überfall auf Polen 1939 wurden die ersten Deportationen durchgeführt. Über 1.000 Juden mit polnischem Heimatrecht wurden im Praterstadion tagelang festgehalten, misshandelt und schließlich nach Buchenwald deportiert. Im November 1939 erfolgte der so genannte Nisko-Transport, die erste Deportation ins Generalgouvernement.
Für die Deportationen der Jüdinnen und Juden arbeitete die „Zentralstelle“ mit der Wiener Schutzpolizei eng zusammen. Die österreichischen Roma und Sinti wurden zunächst vor allem in „Sammellager“ genannten Konzentrationslagern wie Lackenbach interniert und von dort deportiert, ab 1943 auch nach Auschwitz.
-
Karteikarten von inhaftierten Roma im KZ Lackenbach, die später nach Auschwitz deportiert wurden, ca. 1941–1944
Bereits ab den 1920er-Jahren wurde in Österreich die Diskriminierung der Roma und Sinti verschärft. Mitte 1938 begann ihre systematische Entrechtung und Verhaftung durch das NS-Regime. Ab 1940 wurden „Zigeunerlager“ als Konzentrationslager eingerichtet, so auch im burgenländischen Lackenbach. Zunächst gingen die Deportationen aus Österreich in das Ghetto Litzmannstadt, ab Februar 1943 wurden 5.000 Roma und Sinti direkt nach Auschwitz deportiert. -
Karteikarten von inhaftierten Roma im KZ Lackenbach, die später nach Auschwitz deportiert wurden, ca. 1941–1944
Bereits ab den 1920er-Jahren wurde in Österreich die Diskriminierung der Roma und Sinti verschärft. Mitte 1938 begann ihre systematische Entrechtung und Verhaftung durch das NS-Regime. Ab 1940 wurden „Zigeunerlager“ als Konzentrationslager eingerichtet, so auch im burgenländischen Lackenbach. Zunächst gingen die Deportationen aus Österreich in das Ghetto Litzmannstadt, ab Februar 1943 wurden 5.000 Roma und Sinti direkt nach Auschwitz deportiert. -
Karteikarten von inhaftierten Roma im KZ Lackenbach, die später nach Auschwitz deportiert wurden, ca. 1941–1944
Bereits ab den 1920er-Jahren wurde in Österreich die Diskriminierung der Roma und Sinti verschärft. Mitte 1938 begann ihre systematische Entrechtung und Verhaftung durch das NS-Regime. Ab 1940 wurden „Zigeunerlager“ als Konzentrationslager eingerichtet, so auch im burgenländischen Lackenbach. Zunächst gingen die Deportationen aus Österreich in das Ghetto Litzmannstadt, ab Februar 1943 wurden 5.000 Roma und Sinti direkt nach Auschwitz deportiert. -
Karteikarten von inhaftierten Roma im KZ Lackenbach, die später nach Auschwitz deportiert wurden, ca. 1941–1944
Bereits ab den 1920er-Jahren wurde in Österreich die Diskriminierung der Roma und Sinti verschärft. Mitte 1938 begann ihre systematische Entrechtung und Verhaftung durch das NS-Regime. Ab 1940 wurden „Zigeunerlager“ als Konzentrationslager eingerichtet, so auch im burgenländischen Lackenbach. Zunächst gingen die Deportationen aus Österreich in das Ghetto Litzmannstadt, ab Februar 1943 wurden 5.000 Roma und Sinti direkt nach Auschwitz deportiert. -
Karteikarten von inhaftierten Roma im KZ Lackenbach, die später nach Auschwitz deportiert wurden, ca. 1941–1944
Bereits ab den 1920er-Jahren wurde in Österreich die Diskriminierung der Roma und Sinti verschärft. Mitte 1938 begann ihre systematische Entrechtung und Verhaftung durch das NS-Regime. Ab 1940 wurden „Zigeunerlager“ als Konzentrationslager eingerichtet, so auch im burgenländischen Lackenbach. Zunächst gingen die Deportationen aus Österreich in das Ghetto Litzmannstadt, ab Februar 1943 wurden 5.000 Roma und Sinti direkt nach Auschwitz deportiert. -
Karteikarten von inhaftierten Roma im KZ Lackenbach, die später nach Auschwitz deportiert wurden, ca. 1941–1944
Bereits ab den 1920er-Jahren wurde in Österreich die Diskriminierung der Roma und Sinti verschärft. Mitte 1938 begann ihre systematische Entrechtung und Verhaftung durch das NS-Regime. Ab 1940 wurden „Zigeunerlager“ als Konzentrationslager eingerichtet, so auch im burgenländischen Lackenbach. Zunächst gingen die Deportationen aus Österreich in das Ghetto Litzmannstadt, ab Februar 1943 wurden 5.000 Roma und Sinti direkt nach Auschwitz deportiert.
Der Großteil der österreichischen Opfer in Auschwitz war zuvor in anderen Konzentrationslagern interniert gewesen bzw. wurde aus Sammellagern und Ghettos nach Auschwitz deportiert. Viele wurden aus anderen Ländern, v.a. aus Frankreich, dorthin verbracht.
-
Die SS in der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Wien, vermutlich 18.3.1938
Links: Josef Löwenherz (1884–1960) Foto: unbekannt Sofort nach dem „Anschluss“ verschaffte sich die SS Zugriff auf Unterlagen der IKG und verhaftete deren leitende Funktionäre, darunter Josef Löwenherz, Desider Friedmann (1880–1944) und Robert Stricker (1879–1944). Im Zuge dessen wurde Josef Löwenherz gezwungen, die IKG unter SS-Aufsicht weiterzuführen. Desider Friedmann und Robert Stricker wurden 1944 in Auschwitz ermordet. -
Benjamin Murmelstein (1905–1989), Leiter der „Auswanderungsabteilung“ der IKG Wien, an die Leitung des IKG-Kinderspitals, 4.9.1942
Aufgrund einer Mandelerkrankung musste sich das achtjährige jüdische Mädchen Ada Blatt einer Operation unterziehen. Benjamin Murmelstein bewilligte diese am 4. September 1942, da die Transportfähigkeit des Mädchens auf Druck der NS-Behörden umgehend hergestellt werden musste. Ada Blatt wurde am 24. September 1942 in das KZ Theresienstadt und am 6. Oktober 1944 weiter nach Auschwitz deportiert, wo sie ermordet wurde. -
Teil eines Wanddiagramms der IKG Wien über die „Schematische Darstellung der für die Auswanderung anzulaufenden Ämter und Behörden“, vermutlich 1938
Große Teile der jüdischen Bevölkerung versuchten nach dem „Anschluss“, das Land legal zu verlassen. Um die Ausreisebewilligung zu erlangen, mussten sie ihr Vermögen dem Deutschen Reich übertragen und unzählige bürokratische Hürden überwinden. -
Gipsmaske von Paul Grünberg, Wien 1939
Die NS-Rassenforschung sollte die behauptete Andersartigkeit von Jüdinnen und Juden untermauern. Ende September 1939 wurden über tausend Juden polnischer Herkunft im Wiener Stadion interniert und 440 durch Mitarbeiter des Naturhistorischen Museums Wien anthropologisch erfasst. Nach drei Tagen wurden alle deportiert. Einer von ihnen war Paul Grünberg. Er überlebte die Konzentrationslager Buchenwald und Auschwitz III-Monowitz. -
Baumwollstoff mit aufgedruckten „Judensternen“, vermutlich 1941
Mit der sichtbaren Markierung durch den „Judenstern“ spitzte sich die soziale Ausgrenzung der jüdischen Bevölkerung ab September 1941 weiter zu. Die IKG Wien wurde mit der Ausgabe und dem Verkauf der „Judensterne“ beauftragt. Die Kennzeichnungspflicht galt ab dem sechsten Lebensjahr. -
„Hausliste“ für den 9. Wiener Bezirk, 1942
Hausmeisterinnen und Hausmeister hatten Listen der jüdischen Mietparteien zu führen. Ab 1939 wurden die Namen derjenigen, die zwangsweise in Sammelwohnungen eingewiesen wurden, rot ausgetragen. Die Namen der Deportierten wurden blau durchgestrichen. Von den hier aufgelisteten Personen aus den Häusern Servitengasse 4 und 5 kamen sechs nach Auschwitz, keiner von ihnen überlebte. -
Poesiealbum von Elfriede Balsam (1931–vermutlich 1942), 1939–1941
Mitte Oktober 1941 begannen die Massendeportationen aus Österreich. Elfriede Balsam war elf Jahre alt, als sie und ihre Familie am 17. Juli 1942 in einem Direkttransport von Wien nach Auschwitz deportiert wurden. Ihr Poesiealbum ist das letzte Zeugnis ihres Lebens in Wien. Elfriede Balsam wurde mit ihrer Familie in Auschwitz ermordet. -
Poesiealbum von Elfriede Balsam (1931–vermutlich 1942), 1939–1941
Mitte Oktober 1941 begannen die Massendeportationen aus Österreich. Elfriede Balsam war elf Jahre alt, als sie und ihre Familie am 17. Juli 1942 in einem Direkttransport von Wien nach Auschwitz deportiert wurden. Ihr Poesiealbum ist das letzte Zeugnis ihres Lebens in Wien. Elfriede Balsam wurde mit ihrer Familie in Auschwitz ermordet. -
Nachricht von Hermann Hostowsky (1877–1944) an seine Tochter Dora
Rückseite einer Visitenkarte, Wien 1943
Der pensionierte Berufsoffizier Hermann Hostowsky wurde, obwohl er evangelisch war, vom NS-System als Jude verfolgt. 1943 hinterließ er diese Nachricht an seine Tochter: „Liebe Dora! Komme sofort! Wir wurden abgeholt! Papa“. Hermann Hostowsky und seine Frau wurden nach Theresienstadt deportiert und Ende 1944 nach Auschwitz gebracht, wo sie ermordet wurden. Ihre Tochter Dora blieb in Wien zurück und überlebte die NS-Zeit. -
Anweisungen der Lagerleitung des KZ Theresienstadt zur Vorbereitung eines Transports in das KZ Auschwitz, 23.10.1944
Am 23. Oktober 1944 wurden 1.714 Männer, Frauen und Kinder aus dem KZ Theresienstadt in das KZ Auschwitz deportiert. In diesem Transport befand sich auch die damals 14-jährige Helga Pollak, die mehrere Konzentrationslager überlebte. Die Abfertigung dauerte viele Stunden, die Fahrt selbst zwei Tage. -
-
Ansuchen um Spesenersatz für die Überstellung von Ida Petermann (1939–1944) nach Auschwitz, 20.1.1944
1943 wurde Ida Petermann als „Zigeunermädchen“ kategorisiert. Die Jugendfürsorgerin Johanna Dimai brachte sie 1944 persönlich mit der Bahn vom städtischen Kinderheim Salzburg in das KZ Auschwitz II-Birkenau. Dort wurde Ida Petermann im selben Jahr ermordet.
Nach den „Nürnberger Gesetzen“ als Jüdinnen und Juden Verfolgte sowie politisch Andersdenkende und Widerstand Leistende, Roma und Sinti, Zeugen Jehovas und vom NS-System als Homosexuelle, Kriminelle oder Asoziale kategorisierte Personen wurden aus Österreich deportiert, nahezu 8.000 Menschen direkt nach Auschwitz. Über 4.000 Österreicherinnen und Österreicher wurden über das KZ Theresienstadt, weitere 6.000 aus den besetzten Gebieten Europas oder anderen Konzentrationslagern nach Auschwitz verbracht. Hier wurden sie je nach Verfolgungsgrund unterschiedlichen Häftlingskategorien zugeteilt. Diese Zuordnung bestimmte über ihre Stellung in der Häftlingshierarchie und damit über die Haftbedingungen und ihre Überlebenschancen.
Die SS führte bei den Jüdinnen und Juden zumeist sofort nach ihrer Ankunft eine Selektion durch, die entschied, wer unmittelbar nach der Ankunft ermordet und wer in das Lager aufgenommen wurde. Österreichische SS-Angehörige, unter ihnen auch einige wenige Frauen, waren in unterschiedlichsten Funktionen am System der Entmenschlichung, Versklavung und Ermordung der Häftlinge beteiligt.
Auschwitz war streng hierarchisch aufgebaut. In erster Linie bestimmte die Lagerleitung über Leben, Haftbedingungen und Tod der Deportierten. Aber auch Angehörige der Wachmannschaften, die Lager-Gestapo, KZ-Ärzte und andere Abteilungen gehörten zur Struktur des Terrors. Leitende Positionen im Lager nahmen etwa die aus Österreich stammenden Maximilian Grabner bzw. Hans Schurz als Leiter der Lager-Gestapo wie auch Maria Mandl als Oberaufseherin des Frauenlagers ein.
-
Stammkarten österreichischer SS-Angehöriger, ausgestellt von der Kommandantur des KZ Auschwitz
Österreichische SS-Angehörige waren in unterschiedlichsten Funktionen am System der Entmenschlichung, Versklavung und Ermordung der Häftlinge im Lagerkomplex Auschwitz beteiligt. Nur zehn Stammkarten von österreichischen SS-Angehörigen sind überliefert. -
Stammkarten österreichischer SS-Angehöriger, ausgestellt von der Kommandantur des KZ Auschwitz
Österreichische SS-Angehörige waren in unterschiedlichsten Funktionen am System der Entmenschlichung, Versklavung und Ermordung der Häftlinge im Lagerkomplex Auschwitz beteiligt. Nur zehn Stammkarten von österreichischen SS-Angehörigen sind überliefert. -
Stammkarten österreichischer SS-Angehöriger, ausgestellt von der Kommandantur des KZ Auschwitz
Österreichische SS-Angehörige waren in unterschiedlichsten Funktionen am System der Entmenschlichung, Versklavung und Ermordung der Häftlinge im Lagerkomplex Auschwitz beteiligt. Nur zehn Stammkarten von österreichischen SS-Angehörigen sind überliefert. -
Stammkarten österreichischer SS-Angehöriger, ausgestellt von der Kommandantur des KZ Auschwitz
Österreichische SS-Angehörige waren in unterschiedlichsten Funktionen am System der Entmenschlichung, Versklavung und Ermordung der Häftlinge im Lagerkomplex Auschwitz beteiligt. Nur zehn Stammkarten von österreichischen SS-Angehörigen sind überliefert. -
Stammkarten österreichischer SS-Angehöriger, ausgestellt von der Kommandantur des KZ Auschwitz
Österreichische SS-Angehörige waren in unterschiedlichsten Funktionen am System der Entmenschlichung, Versklavung und Ermordung der Häftlinge im Lagerkomplex Auschwitz beteiligt. Nur zehn Stammkarten von österreichischen SS-Angehörigen sind überliefert. -
Stammkarten österreichischer SS-Angehöriger, ausgestellt von der Kommandantur des KZ Auschwitz
Österreichische SS-Angehörige waren in unterschiedlichsten Funktionen am System der Entmenschlichung, Versklavung und Ermordung der Häftlinge im Lagerkomplex Auschwitz beteiligt. Nur zehn Stammkarten von österreichischen SS-Angehörigen sind überliefert. -
Stammkarten österreichischer SS-Angehöriger, ausgestellt von der Kommandantur des KZ Auschwitz
Österreichische SS-Angehörige waren in unterschiedlichsten Funktionen am System der Entmenschlichung, Versklavung und Ermordung der Häftlinge im Lagerkomplex Auschwitz beteiligt. Nur zehn Stammkarten von österreichischen SS-Angehörigen sind überliefert. -
Stammkarten österreichischer SS-Angehöriger, ausgestellt von der Kommandantur des KZ Auschwitz
Österreichische SS-Angehörige waren in unterschiedlichsten Funktionen am System der Entmenschlichung, Versklavung und Ermordung der Häftlinge im Lagerkomplex Auschwitz beteiligt. Nur zehn Stammkarten von österreichischen SS-Angehörigen sind überliefert. -
Stammkarten österreichischer SS-Angehöriger, ausgestellt von der Kommandantur des KZ Auschwitz
Österreichische SS-Angehörige waren in unterschiedlichsten Funktionen am System der Entmenschlichung, Versklavung und Ermordung der Häftlinge im Lagerkomplex Auschwitz beteiligt. Nur zehn Stammkarten von österreichischen SS-Angehörigen sind überliefert. -
Stammkarten österreichischer SS-Angehöriger, ausgestellt von der Kommandantur des KZ Auschwitz
Österreichische SS-Angehörige waren in unterschiedlichsten Funktionen am System der Entmenschlichung, Versklavung und Ermordung der Häftlinge im Lagerkomplex Auschwitz beteiligt. Nur zehn Stammkarten von österreichischen SS-Angehörigen sind überliefert. -
Stammkarten österreichischer SS-Angehöriger, ausgestellt von der Kommandantur des KZ Auschwitz
Österreichische SS-Angehörige waren in unterschiedlichsten Funktionen am System der Entmenschlichung, Versklavung und Ermordung der Häftlinge im Lagerkomplex Auschwitz beteiligt. Nur zehn Stammkarten von österreichischen SS-Angehörigen sind überliefert. -
Stammkarten österreichischer SS-Angehöriger, ausgestellt von der Kommandantur des KZ Auschwitz
Österreichische SS-Angehörige waren in unterschiedlichsten Funktionen am System der Entmenschlichung, Versklavung und Ermordung der Häftlinge im Lagerkomplex Auschwitz beteiligt. Nur zehn Stammkarten von österreichischen SS-Angehörigen sind überliefert. -
Stammkarten österreichischer SS-Angehöriger, ausgestellt von der Kommandantur des KZ Auschwitz
Österreichische SS-Angehörige waren in unterschiedlichsten Funktionen am System der Entmenschlichung, Versklavung und Ermordung der Häftlinge im Lagerkomplex Auschwitz beteiligt. Nur zehn Stammkarten von österreichischen SS-Angehörigen sind überliefert. -
Stammkarten österreichischer SS-Angehöriger, ausgestellt von der Kommandantur des KZ Auschwitz
Österreichische SS-Angehörige waren in unterschiedlichsten Funktionen am System der Entmenschlichung, Versklavung und Ermordung der Häftlinge im Lagerkomplex Auschwitz beteiligt. Nur zehn Stammkarten von österreichischen SS-Angehörigen sind überliefert. -
Stammkarten österreichischer SS-Angehöriger, ausgestellt von der Kommandantur des KZ Auschwitz
Österreichische SS-Angehörige waren in unterschiedlichsten Funktionen am System der Entmenschlichung, Versklavung und Ermordung der Häftlinge im Lagerkomplex Auschwitz beteiligt. Nur zehn Stammkarten von österreichischen SS-Angehörigen sind überliefert. -
Stammkarten österreichischer SS-Angehöriger, ausgestellt von der Kommandantur des KZ Auschwitz
Österreichische SS-Angehörige waren in unterschiedlichsten Funktionen am System der Entmenschlichung, Versklavung und Ermordung der Häftlinge im Lagerkomplex Auschwitz beteiligt. Nur zehn Stammkarten von österreichischen SS-Angehörigen sind überliefert. -
Stammkarten österreichischer SS-Angehöriger, ausgestellt von der Kommandantur des KZ Auschwitz
Österreichische SS-Angehörige waren in unterschiedlichsten Funktionen am System der Entmenschlichung, Versklavung und Ermordung der Häftlinge im Lagerkomplex Auschwitz beteiligt. Nur zehn Stammkarten von österreichischen SS-Angehörigen sind überliefert. -
Stammkarten österreichischer SS-Angehöriger, ausgestellt von der Kommandantur des KZ Auschwitz
Österreichische SS-Angehörige waren in unterschiedlichsten Funktionen am System der Entmenschlichung, Versklavung und Ermordung der Häftlinge im Lagerkomplex Auschwitz beteiligt. Nur zehn Stammkarten von österreichischen SS-Angehörigen sind überliefert. -
Stammkarten österreichischer SS-Angehöriger, ausgestellt von der Kommandantur des KZ Auschwitz
Österreichische SS-Angehörige waren in unterschiedlichsten Funktionen am System der Entmenschlichung, Versklavung und Ermordung der Häftlinge im Lagerkomplex Auschwitz beteiligt. Nur zehn Stammkarten von österreichischen SS-Angehörigen sind überliefert. -
Stammkarten österreichischer SS-Angehöriger, ausgestellt von der Kommandantur des KZ Auschwitz
Österreichische SS-Angehörige waren in unterschiedlichsten Funktionen am System der Entmenschlichung, Versklavung und Ermordung der Häftlinge im Lagerkomplex Auschwitz beteiligt. Nur zehn Stammkarten von österreichischen SS-Angehörigen sind überliefert.
Das KZ-System beruhte außerdem auf einer Hierarchisierung der Gefangenen, die in verschiedene Häftlingskategorien eingeteilt wurden. An der Spitze dieser Hierarchie standen die Kapos, die als Schnittstelle zur Wachmannschaft fungierten und für die Bewachung der Häftlinge und deren Disziplinierung zuständig waren. Funktionshäftlinge bekamen einzelne „Privilegien“, wie etwa höhere Essensrationen, die Erlaubnis Pakete zu erhalten, zu rauchen oder das Häftlingsbordell zu besuchen. Am untersten Ende der Häftlingshierarchie standen jüdische Häftlinge sowie Roma und Sinti. Trotz dieser Kategorisierung waren letztendlich alle Häftlinge in ständiger Todesgefahr.
Innerhalb der knapp fünf Jahre des Bestehens des Lagerkomplexes Auschwitz veränderten sich die Aufgaben und Bedingungen immer wieder. Der angestrebte reibungslose Ablauf der industriellen Vernichtung wurde oft von Improvisation und Chaos begleitet. Wie an anderen Vernichtungsorten sollte der Massenmord im Geheimen passieren. Zu diesem Zweck wurde 1941 das ca. 40 km2 umfassende „Interessengebiet des KZ Auschwitz“, ein von der SS kontrolliertes Sperrgebiet, eingerichtet.
-
Meldung mit Strafanordnung, unterzeichnet von Maria Mandl (1912–1948), 13.8.1943
Die damals 30-jährige Oberösterreicherin Maria Mandl trat im Oktober 1942 ihre Stelle als Oberaufseherin im Frauenlager Auschwitz II-Birkenau an. Davor war sie in den Konzentrationslagern Lichtenburg und Ravensbrück eingesetzt. In Auschwitz war sie wegen ihrer Brutalität gefürchtet. Am 13. August 1943 unterschrieb Mandl eine Strafanordnung für die polnische Jüdin Sara Szejwac, weil diese beim Arbeitseinsatz Äpfel gepflückt hatte. Sara Szejwac wurde dafür mit fünf Tagen Stehzelle bestraft. -
Franz Reisz (1909–1984), „Öffentliches Auspeitschen“, Zeichnung, Frankreich 1945
Kapos gehörten zu den von der Lagerleitung eingesetzten Funktionshäftlingen. Unter ihnen befanden sich auch Österreicherinnen und Österreicher. Zu den Aufgaben der Kapos zählten die Beaufsichtigung der Häftlinge wie auch die Durchführung von Strafen, unter anderem der Prügelstrafe. Viele missbrauchten ihre Machtposition, manche jedoch halfen ihren Mithäftlingen. Der Wiener Grafiker Franz Reisz war ab 1942 Häftling im KZ Auschwitz. Unmittelbar nach seiner Befreiung dokumentierte er die im Lager begangenen Verbrechen. -
Raucherkarte der Häftlingskantine des KZ Auschwitz zum Bezug von Tabakwaren, 1944
Diese Raucherkarte gehörte einem österreichischen Häftling. Zunächst erhielten nur Funktionshäftlinge Prämienscheine dieser Art. Später konnten auch andere Häftlinge in Arbeitskommandos solche bekommen. -
Ausweis des KZ Auschwitz für Maria Moser (1906–1973), 29.11.1944 (beglaubigte Abschrift vom 6.3.1948)
Die 1906 in Braunau am Inn geborene Maria Moser wurde 1939 als Mitglied der Zeugen Jehovas verhaftet. Diese widersetzten sich dem NS-Regime aus religiösen Gründen und verweigerten die Teilnahme am Führerkult und Militärdienst. Maria Moser wurde 1942 vom KZ Ravensbrück nach Auschwitz deportiert, wo sie wie andere Zeugen Jehovas in einem SS-Haushalt arbeiten musste. Dafür konnte sie Absperrungen ohne Begleitung passieren. Sie überlebte mehrere Konzentrationslager und Todesmärsche. -
Schreiben von Paul Grünberg (1923–2018) aus Auschwitz III-Monowitz an die Fürsorgestelle der IKG Wien, undatiert (Frühjahr 1943)
Der Wiener Paul Grünberg wurde 1942 vom KZ Buchenwald nach Auschwitz III-Monowitz überstellt. Seine schöne Handschrift verhalf ihm zu einem Posten in der Schreibstube und damit zu einer für jüdische Häftlinge privilegierten Stellung. Das Päckchen, um das Paul Grünberg in diesem Brief bat, kam nie bei ihm an. Pakete an jüdische Häftlinge wurden von der SS eingezogen. -
Schreiben von Paul Grünberg (1923–2018) aus Auschwitz III-Monowitz an die Fürsorgestelle der IKG Wien, undatiert (Frühjahr 1943)
Der Wiener Paul Grünberg wurde 1942 vom KZ Buchenwald nach Auschwitz III-Monowitz überstellt. Seine schöne Handschrift verhalf ihm zu einem Posten in der Schreibstube und damit zu einer für jüdische Häftlinge privilegierten Stellung. Das Päckchen, um das Paul Grünberg in diesem Brief bat, kam nie bei ihm an. Pakete an jüdische Häftlinge wurden von der SS eingezogen. -
Quarantäneliste, heimlich angefertigt von Otto Wolken (1903–1975), KZ Auschwitz II-Birkenau, Jänner/Februar 1944
Der Großteil der in das Lager aufgenommenen Häftlinge musste sich einer Aufnahmeprozedur unterziehen. Sie wurden geduscht, entlaust, geschoren und bekamen eine Häftlingsnummer anstelle ihres Namens. Danach kamen sie in das Quarantänelager. Der seit Sommer 1943 inhaftierte Wiener Mediziner Otto Wolken musste als Häftlingsarzt Zugangslisten führen, die er heimlich abschrieb. -
Handschriftliches Notenblatt „Buna-Lied“, Text: Fritz Löhner-Beda (1883–1942), Musik: Anton Geppert, undatiert
Provenienz: unbekannt, vermutlich ein Geschenk von Franz Danimann an das Staatliche Museum Auschwitz-Birkenau
Der erfolgreiche Schlagertexter und Librettist Fritz Löhner-Beda wurde 1938 in das KZ Dachau deportiert und kam über Buchenwald 1942 nach Auschwitz III-Monowitz. Das „Buna-Lied“ erzählt von der verzweifelten Situation der Häftlinge im dortigen Arbeitskommando, in dem auch Löhner-Beda Zwangsarbeit leisten musste. Er wurde laut Aussagen seiner Mithäftlinge am 4. Dezember 1942 zu Tode geprügelt. -
Koffer von Sari Beinhauer (1887–1944) mit ihrer letzten Adresse in einer Sammelwohnung in Wien
Im August 1942 wurde Sari Beinhauer in das KZ Theresienstadt und von dort nach Auschwitz deportiert. Der Koffer mit ihren Habseligkeiten wurde ihr an der Rampe geraubt. Sie wurde vermutlich unmittelbar nach ihrer Ankunft am 25. Oktober 1944 ermordet. -
Leinenstoff von Lilly Bett (1925–1943), beschriftet mit ihrer letzten Wohnadresse in Wien
Lilly Bett stammte aus einer jüdischen Arbeiterfamilie in Wien. Mit ihren Eltern musste sie in eine Sammelwohnung in der Großen Sperlgasse 6 zwangsübersiedeln. Im September 1942 folgte ihre Deportation in das KZ Theresienstadt. Von dort kam die Familie mit einem Transport vom 23. Jänner 1943 nach Auschwitz. Lilly Bett und ihre Eltern wurden vermutlich direkt nach der Ankunft in der Gaskammer ermordet. -
Todesbescheinigung des Standesamts im KZ Auschwitz für Amalia Raiminius (1873–1943), 28.7.1943
Amalia Raiminius wurde mit ihrer Familie um 1940 in das Salzburger „Zigeunerlager Maxglan“ eingewiesen, wo sie unter anderem als Statistin für den Spielfilm „Tiefland“ von Leni Riefenstahl zwangsverpflichtet wurde. Am 3. April 1943 nach Auschwitz deportiert, starb sie kurze Zeit später vermutlich aufgrund der katastrophalen Haftbedingungen im „Zigeunerlager“ in Auschwitz II-Birkenau. Das Standesamt Auschwitz vermerkte ihren Tod als „natürlichen Sterbefall“.
Die sich ständig verändernden Gegebenheiten in Auschwitz bewirkten auch eine permanente Erweiterung und Umstrukturierung des Lagerkomplexes. So wurde für die ab März 1942 neu hinzugekommenen weiblichen Häftlinge ein eigenes „Frauenlager“ und ein so genanntes Zigeunerlager für Roma und Sinti in Auschwitz-Birkenau geschaffen sowie das „Theresienstädter Familienlager“ für Tausende ab September 1943 aus dem KZ Theresienstadt deportierte Jüdinnen und Juden ebendort eingerichtet. Im Auftrag der deutschen Industrie wurde ein eigenes Konzentrationslager, Auschwitz III-Monowitz, errichtet, in dem Auschwitz-Häftlinge Zwangsarbeit leisten mussten.
Ausbeutung durch Sklavenarbeit, Raub, Verwertung und Mord dienten der Ökonomie des KZ-Systems. Dafür wurde unterschieden, wer weiterleben durfte und der Sklavenarbeit zugewiesen oder wer ermordet wurde. Alles sollte für die ökonomischen Interessen des Deutschen Reichs verwertet werden, das mitgebrachte Hab und Gut der Deportierten ebenso wie die Arbeitskraft der noch Arbeitsfähigen. Selbst die Körper der Ermordeten, ihre Haare oder Goldzähne wurden verwertet. Eine für das SS-Verwertungsmodell wichtige Einrichtung war das „Effektenlager“, genannt „Kanada“, damals allgemein ein Synonym für Reichtum, für das Häftlinge das Eigentum der Inhaftierten und Ermordeten zur Weiterverwertung sortierten. Seine Leitung unterstand dem Österreicher Franz Schebeck.
Das NS-Regime forderte von Beginn an absolute Zustimmung. Abgesehen von jenen, die von vornherein ausgeschlossen und verfolgt wurden, teilte sich die Bevölkerung in ideologisch Überzeugte, in solche, die Nutzen aus den neuen politischen Verhältnissen zogen, und in solche, die zu- oder wegschauten, sowie in eine Minderheit, die einzeln oder organisiert Widerstand leistete, trotz der damit verbundenen Lebensgefahr.
Die Führungselite des NS-Regimes trug die Verantwortung für den Massenmord. An den vorangegangenen Verfolgungsmaßnahmen und begangenen Verbrechen hatten allerdings Funktionäre auf allen Ebenen und viele andere ihren Anteil.
Für alle vom NS-Regime Verfolgten wurde der Handlungsspielraum immer enger. War Flucht anfangs noch eine Möglichkeit, wurde diese zusehends eingeschränkt. Als die Deportationen begannen, blieben fast nur Versteck oder Suizid als Handlungsoption.
Die Eingliederung Österreichs in das Deutsche Reich und die vom NS-Regime gesetzten Maßnahmen stießen bei weiten Teilen der österreichischen Bevölkerung auf Zustimmung. Diese teilte sich in ideologisch Überzeugte oder solche, die vom neuen System profitierten, in passiv Beteiligte, die zu- oder wegschauten, sowie in solche, die ausgeschlossen und verfolgt wurden oder das System ablehnten und Widerstand leisteten.
Die Führungselite, die Adolf Hitler bedingungslos folgte, sah sich zu Verfolgung, Terror und Massenmord legitimiert. Aber erst das Zusammenspiel aller Ebenen bis hin zu einem breiten Denunzianten- und Spitzelsystem auf unterster Ebene sowie schließlich dem persönlichen Engagement Einzelner machte die Durchführung der Verfolgungsmaßnahmen möglich. Vor allem die Entrechtung und die Beraubung der jüdischen Bevölkerung boten zahlreiche Möglichkeiten, sich zu bereichern oder durch die Ausschaltung von Konkurrenz sozial aufzusteigen. Darüber hinaus boten sich neue Karrieremöglichkeiten für Regimetreue, oft auf Kosten anderer. Brutale Übergriffe, Festnahmen, Verfolgungsmaßnahmen und schließlich auch vorbereitende Maßnahmen zur Deportation wurden alltäglich und geschahen vor den Augen der Bevölkerung. Viele schauten zu, andere, die das Unrecht nicht guthießen, wandten sich ab, ohne jedoch selbst tätig zu werden.
-
Schreiben Heinrich Himmlers an Odilo Globocnik (1904–1945) mit Dank und Anerkennung für die Durchführung der „Aktion Reinhardt“, 30.11.1943
Bei der Planung und Durchführung der NS-Verbrechen wirkten österreichische Nationalsozialisten zum Teil an führender Stelle mit, darunter Ernst Kaltenbrunner (1903–1946), Leiter des Reichssicherheitshauptamts in Berlin, Amon Göth (1908–1946), Kommandant des KZ Plaszow, oder Franz Stangl (1908–1971), Kommandant der Vernichtungslager Sobibor und Treblinka. In diesen beiden Lagern sowie im Vernichtungslager Belzec wurden unter der Leitung des Österreichers Odilo Globocnik im Rahmen der „Aktion Reinhardt“ ca. 1,5 Millionen Jüdinnen und Juden sowie rund 50.000 Roma und Sinti ermordet. -
Schreiben von Bürgermeister Josef Wolfgang aus Hohenems an den Landrat des Kreises Feldkirch, 12.7.1940
Das Funktionieren des NS-Regimes war nur durch das Engagement fanatischer Einzelner möglich, die in ihrem Umfeld persönlich für die Durchsetzung der Verfolgungsmaßnahmen sorgten. So erbot sich der Bürgermeister von Hohenems, die Fahrtkosten für die Zwangsumsiedlung der 51-jährigen Frieda Nagelberg nach Wien zu übernehmen. Damit sollte die letzte Jüdin aus Vorarlberg vertrieben werden. -
Schreiben von Bürgermeister Josef Wolfgang aus Hohenems an den Landrat des Kreises Feldkirch, 12.7.1940
Das Funktionieren des NS-Regimes war nur durch das Engagement fanatischer Einzelner möglich, die in ihrem Umfeld persönlich für die Durchsetzung der Verfolgungsmaßnahmen sorgten. So erbot sich der Bürgermeister von Hohenems, die Fahrtkosten für die Zwangsumsiedlung der 51-jährigen Frieda Nagelberg nach Wien zu übernehmen. Damit sollte die letzte Jüdin aus Vorarlberg vertrieben werden. -
Schmuckgürtel mit Federkielstickerei, Stumm im Zillertal/Tirol, 1938
Ein Zillertaler Tapezierer stellte diesen Bauchgurt 1938 auf einer Handwerksmesse in Innsbruck her. Das Tiroler Volkskunstmuseum erwarb den Gürtel noch im selben Jahr. Mit solchem Dekor wurde die individuelle Verbundenheit mit dem NS-System öffentlich gezeigt. -
Ausschnitt aus dem Amateurfilm von Rudolf Stasser „Der Wiener Prater und seine Geschichte“ Stummfilm, s/w, 1939–1944
Seit seiner Eröffnung 1897 ist das Wiener Riesenrad ein Wahrzeichen Österreichs. Nach dem Ersten Weltkrieg erwarb es der Kaufmann Eduard Steiner. 1938 wurde das Riesenrad „arisiert“ und mit Hakenkreuzfahnen geschmückt, Eduard Steiner 1944 im KZ Auschwitz ermordet. -
Angebot der Firma Schember Waagen, Wien an das KZ Auschwitz, Abteilung Landwirtschaft Kattowitz, 3.12.1940
Gewerbetreibende hatten keine Scheu davor, mit Konzentrationslagern ins Geschäft zu kommen, und boten ihnen Dienstleistungen oder Waren an. Auch zwischen dem KZ Auschwitz und österreichischen Unternehmen bestanden Geschäftsbeziehungen, wie dieses Angebot über die Lieferung von Waagen belegt. Ebenso nutzten Mitarbeiter der Zentralbauleitung des KZ Auschwitz ihre Stellung dazu, Aufträge für ihre eigenen Firmen in Österreich zu erhalten. -
Vogelbalg einer Elster aus der Umgebung des KZ Auschwitz, geschossen von Günther Niethammer, ca. 1941
Günther Niethammer, 1908 in Sachsen geboren, machte in Österreich Karriere. Durch Begünstigung wurde er 1940 Leiter der Vogelsammlung des Naturhistorischen Museums Wien. Im selben Jahr meldete er sich zum Kriegsdienst und wurde im KZ Auschwitz eingesetzt. Dort führte er vogelkundliche Forschungen durch und präparierte Vögel für die Sammlung des Naturhistorischen Museums. -
Erkennungsdienstliche Fotos von Karl Motesiczky (1904–1943) und Ella Lingens (1908–2002), aufgenommen von der Geheimen Staatspolizei, Leitstelle Wien, Oktober 1942
Im Herbst 1939 bildete sich in Wien eine Widerstandsgruppe um Karl Motesiczky und das Ehepaar Lingens. Ihr Plan, zwei polnische jüdische Ehepaare über die Schweizer Grenze zu bringen, wurde 1942 verraten. Karl Motesiczky starb in Auschwitz an Typhus. Ella Lingens überlebte als Häftlingsärztin die KZ-Haft, ihr Ehemann Kurt Lingens eine Strafkompanie der Wehrmacht an der Ostfront. -
Erkennungsdienstliche Fotos von Karl Motesiczky (1904–1943) und Ella Lingens (1908–2002), aufgenommen von der Geheimen Staatspolizei, Leitstelle Wien, Oktober 1942
Im Herbst 1939 bildete sich in Wien eine Widerstandsgruppe um Karl Motesiczky und das Ehepaar Lingens. Ihr Plan, zwei polnische jüdische Ehepaare über die Schweizer Grenze zu bringen, wurde 1942 verraten. Karl Motesiczky starb in Auschwitz an Typhus. Ella Lingens überlebte als Häftlingsärztin die KZ-Haft, ihr Ehemann Kurt Lingens eine Strafkompanie der Wehrmacht an der Ostfront. -
Tagebuch der Wiener Jugend-Alija-Gruppe „Kwuzah Lehawah“, 1941
Aron Menczer (1917–1943) leitete ab 1939 die Wiener Jugend-Alija, die für jüdische Kinder und Jugendliche die Auswanderung nach Palästina vorbereitete. Menczer wurde 1942 in das KZ Theresienstadt deportiert. Dort betreute er ebenfalls Kinder. Im Oktober 1943 begleitete er eine Kindergruppe aus Bialystok freiwillig von Theresienstadt nach Auschwitz, wo er nach der Ankunft gemeinsam mit den Kindern in der Gaskammer ermordet wurde. -
Koffer der Familie Kurzweil, Montauban 1942
Gisela und Bruno Kurzweil flohen 1938 mit ihrer 13-jährigen Tochter Adele aus Graz nach Paris. Bruno Kurzweil war als Sozialdemokrat politisch aktiv. Mit dem Angriff der Deutschen Wehrmacht auf Frankreich flüchtete die Familie weiter in das südfranzösische Montauban, wo sie 1942 verhaftet, über Drancy nach Auschwitz deportiert und hier ermordet wurde. Ihre gepackten Koffer blieben in Montauban zurück. -
Bericht der „Österreichischen Volkshochschule Gurs“, Internierungslager Gurs, Frankreich 1939
Im Lager Gurs wurden österreichische Kommunisten und Sozialdemokraten, die gegen den Faschismus in Spanien gekämpft hatten, ab Frühjahr 1939 interniert. Um der Zermürbung durch den Lageralltag entgegenzuwirken, organisierten die Häftlinge regelmäßigen Unterricht. Unter anderem lehrten Hermann Langbein und Heinrich Dürmayer in der Volkshochschule. -
Selbstbildnis von Heinz Geiringer (1926–1945), gemalt in einem Versteck in Amsterdam, entstanden zwischen 1942 und 1944
Die Familie Geiringer wurde wegen ihrer jüdischen Herkunft verfolgt und flüchtete 1938 aus Wien. Ab Juli 1942 lebte das Ehepaar mit den beiden Kindern in Amsterdam versteckt, bis sie im Mai 1944 verraten und nach Auschwitz deportiert wurden. Heinz Geiringer und sein Vater Erich wurden am 18. Jänner 1945 von Auschwitz in das KZ Mauthausen deportiert und in dessen Außenlager Ebensee eingewiesen. Erich Geiringer starb dort am 7. März 1945, Heinz Geiringer am 26. April 1945. Seine Mutter Elfriede und seine jüngere Schwester Eva überlebten. -
Telegramm des Standesamts des KZ Auschwitz an Klemens Friemel in Wien, 6.3 1944
Der politische Häftling Rudolf Friemel erhielt die Erlaubnis, im KZ Auschwitz die Spanierin Margarita Ferrer Rey zu heiraten. Bis heute ist ungeklärt, wie es zu dieser einzigartigen Privilegierung kommen konnte. -
Gefälschter Ausweis für Renée Kurz (1924–2018), Mitglied der zionistischen Widerstandsorganisation „Juive de Combat“ in Frankreich
Die Wienerin Renée Kurz schloss sich nach ihrer Flucht nach Frankreich dem zionistischen Widerstand an. Sie überlebte mit gefälschten Papieren. Ihr Vater Leopold wurde aus Südfrankreich nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Ihre Mutter und Schwester überlebten versteckt in Frankreich. -
Streuzettel der „Österreichischen Freiheitsbewegung“, undatiert
Die „Österreichische Freiheitsbewegung“ war eine aus mehreren Gruppen gleichen Namens bestehende christlich-konservative Widerstandsbewegung. Trotz unterschiedlicher politischer Ziele vereinigte sich der bürgerliche Widerstand im Kampf gegen den Nationalsozialismus. Die Verteilung von Streuzetteln war eine von vielen Formen des Widerstands. -
Streuzettel des kommunistischen Widerstands, undatiert
Kommunistinnen und Kommunisten bildeten in Österreich die größte Widerstandsgruppe gegen das NS-Regime. Sie verzeichneten die meisten Opfer. Bis 1944 nahm die Gestapo, Leitstelle Wien 6.300 Mitglieder des kommunistischen Widerstands fest. -
Stoffkassiber von Eduard Göth (1898–1944), angefertigt im Gefängnis, 16.1.1943, Nachträge 22.1. und 25.1.1943
Der Lehrer Eduard Göth aus Hinterbrühl bei Wien gehörte einer Widerstandsgruppe der „Revolutionären Sozialisten“ an. 1942 wurde er wegen Vorbereitung zum Hochverrat verhaftet. Aus seiner Zelle schrieb er mehrere geheime Nachrichten an seine Familie. Am 13. März 1944 wurde Göth im Alter von 46 Jahren im Landesgericht Wien hingerichtet. -
Stoffkassiber von Eduard Göth (1898–1944), angefertigt im Gefängnis, 16.1.1943, Nachträge 22.1. und 25.1.1943
Der Lehrer Eduard Göth aus Hinterbrühl bei Wien gehörte einer Widerstandsgruppe der „Revolutionären Sozialisten“ an. 1942 wurde er wegen Vorbereitung zum Hochverrat verhaftet. Aus seiner Zelle schrieb er mehrere geheime Nachrichten an seine Familie. Am 13. März 1944 wurde Göth im Alter von 46 Jahren im Landesgericht Wien hingerichtet.
Alle, die sich nicht systemkonform verhielten, waren in Gefahr, selbst Opfer der Verfolgung zu werden. Trotz der bestehenden Lebensgefahr entschlossen sich manche, Widerstand zu leisten. Die gesetzten Handlungen reichten dabei von der Hilfestellung für einzelne Verfolgte über das Verbreiten von antinazistischen Schriften bis hin zum bewaffneten Widerstand. Insbesondere unter den Mitgliedern des kommunistischen, aber auch des sozialistischen Widerstands gab es viele Todesopfer. Mit der Niederlage der Deutschen Wehrmacht bei Stalingrad 1943 mehrten sich bei einem Teil der kriegsmüden, desillusionierten Bevölkerung die Zweifel am Endsieg. Und so vergrößerte sich auch die Widerstandsbewegung gegen das NS-Regime in den letzten Kriegsmonaten.
Den vom NS-Regime Verfolgten blieben aufgrund ihrer zunehmenden Ausgrenzung mit der Zeit immer weniger Handlungsmöglichkeiten. Während zunächst die Flucht für viele Jüdinnen und Juden unter der erpressten Abgabe ihres Vermögens legal noch möglich war, wurde dies mit Beginn des Krieges unmöglich. Sie konnten nur noch versuchen, illegal das Land zu verlassen oder sich als „U-Boote“ zu verstecken. Manche wählten als letzte Möglichkeit den Freitod.
Nach der Besetzung Belgiens, der Niederlande und Frankreichs durch die Deutsche Wehrmacht waren die dorthin geflüchteten Jüdinnen und Juden, aber auch politisch Verfolgte aus Österreich, wiederum bedroht. Viele wurden schließlich in Zwischenlager wie Drancy, Gurs oder Westerbork interniert und von dort in die Konzentrations- und Vernichtungslager des Deutschen Reichs deportiert. Nur wenigen gelang es zu entkommen, also weiter zu flüchten oder im Versteck zu überleben.
Das hierarchische System von Auschwitz wies dem Lagerpersonal nicht nur bestimmte Zuständigkeitsbereiche und Aufgaben zu, sondern ermöglichte den Einzelnen auch, mehr oder weniger selbständig zu handeln. Viele nutzten ihre Machtposition aus, um Häftlinge zu quälen, zu bestrafen oder auch zu töten, vor allem aber um sich persönlich zu bereichern. Sie wurden nur selten dafür belangt.
Den Häftlingen in Auschwitz blieben hingegen kaum Möglichkeiten, gegen die Entmenschlichung anzukämpfen und ihre Identität zu bewahren. Auch wenn sie je nach ihrer Stellung in der Häftlingshierarchie unterschiedliche Handlungsmöglichkeiten hatten, bedeutete das Lager doch für alle, permanent um ihr Überleben kämpfen zu müssen. Trotzdem gelang es einigen, sich zu organisieren. So begründeten polnische und österreichische Häftlinge eine internationale Widerstandsgruppe im Lager.
Von der Lagerleitung abwärts waren alle in Auschwitz tätigen Personen auf unterschiedlichen Ebenen in die Mordmaschinerie von Auschwitz involviert. Nicht nur jene, die an den Schalthebeln saßen, wie etwa der Leiter der Politischen Abteilung, Maximilian Grabner aus Wien, oder die aus Oberösterreich stammende Oberaufseherin des Frauenlagers in Auschwitz-Birkenau, Maria Mandl, entschieden über Leben und Tod der Häftlinge. Das gesamte Lagerpersonal konnte Häftlinge eigenmächtig quälen, bestrafen, selbst töten oder ihre Ermordung veranlassen. Der Handlungsspielraum gegenüber den Häftlingen war damit mehr oder weniger uneingeschränkt. Dabei hing es nicht zuletzt von der Überzeugung und dem Engagement Einzelner ab, inwieweit sie sich persönlich an den Verbrechen schuldig machten. Auch der massenhafte Diebstahl des geraubten Eigentums der Deportierten hatte nur selten Konsequenzen für die Täterinnen und Täter. Nur wenige entschieden sich dafür, Häftlinge zu schützen oder zu helfen.
Zum Alltag des Lagerpersonals gehörten auch Erholung und Unterhaltung. Ausflüge wurden veranstaltet und ein Kulturprogramm angeboten. Sogar Ensemblemitglieder verschiedener österreichischer Kulturinstitutionen, so etwa vom Burgtheater, reisten dafür nach Auschwitz.
-
Bunkerbuch des Block 11 im „Stammlager“ Auschwitz I, Eintragungen vom 13.–16.2.1943
Als Leiter der Politischen Abteilung von Juni 1940 bis November 1943 entschied Maximilian Grabner über Art und Ausmaß von Strafen und damit über Leben und Tod. Den Block 11, den sogenannten Todesblock, überlebten nur wenige. Im Bunkerbuch ist auch der Österreicher Max Sulzer (1883–1943) aufgelistet, der drei Tage nach seiner Inhaftierung dort starb. -
Zeugenaussage von Gerda Schneider im Krakauer Auschwitz-Prozess gegen Maria Mandl, 1947
Die Oberaufseherin Maria Mandl wurde im August 1945 in Bayern verhaftet. Überlebende beschrieben sie als die „Bestie von Auschwitz“, die zum Beispiel selbstständig Selektionen durchführte. Am 24. Jänner 1948 wurde Mandl in Krakau hingerichtet. -
Zeugenaussage von Gerda Schneider im Krakauer Auschwitz-Prozess gegen Maria Mandl, 1947
Die Oberaufseherin Maria Mandl wurde im August 1945 in Bayern verhaftet. Überlebende beschrieben sie als die „Bestie von Auschwitz“, die zum Beispiel selbstständig Selektionen durchführte. Am 24. Jänner 1948 wurde Mandl in Krakau hingerichtet. -
Zeugenaussage von Gerda Schneider im Krakauer Auschwitz-Prozess gegen Maria Mandl, 1947
Die Oberaufseherin Maria Mandl wurde im August 1945 in Bayern verhaftet. Überlebende beschrieben sie als die „Bestie von Auschwitz“, die zum Beispiel selbstständig Selektionen durchführte. Am 24. Jänner 1948 wurde Mandl in Krakau hingerichtet. -
Standortbefehl zur Truppenbetreuungsveranstaltung „Wiener Abend“ für die SS-Angehörigen des KZ Auschwitz am 23.5.1944
Parallel zum Dienstalltag im Vernichtungsbetrieb wurden den SS-Angehörigen in Auschwitz vielfältige Möglichkeiten der Freizeitgestaltung geboten. Regelmäßig fanden Theateraufführungen und andere Veranstaltungen statt. Für den „Wiener Abend“ reisten unter anderem Künstlerinnen und Künstler der Wiener Staatsoper, des Burgtheaters sowie des Deutschen Volkstheaters in Wien nach Auschwitz. -
Feldurteil gegen Franz Hofbauer (1918–1996) wegen Diebstahls von Häftlingseffekten im KZ Auschwitz, 18.8.1944
Zahlreiche SS-Angehörige bereicherten sich in Auschwitz am geraubten Eigentum ihrer Opfer, so auch Franz Hofbauer aus Oberösterreich. Er wurde zu 21 Monaten Gefängnis sowie einer Geldstrafe verurteilt und aus der SS ausgeschlossen. Ein solches Urteil stellte nicht die Regel dar, nur die wenigsten wurden zur Verantwortung gezogen. -
Erlaubnis von KZ-Kommandant Rudolf Höß für Günther Niethammer, in der Umgebung des KZ Auschwitz Vögel und Raubzeug zu schießen, 9.6.1941
Rudolf Höß stellte Günther Niethammer im Juni 1941 für vogelkundliche Expeditionen in der Umgebung des KZ Auschwitz vom Wachdienst frei. Darüber hinaus versorgte Niethammer die Lager-SS mit Wild, das er bei seinen Streifzügen erlegte. -
Ausweis zum Betreten des KZ Auschwitz für Maria Stromberger (1898–1957), ausgestellt 3.10.1942
Die Kärntner Krankenschwester Maria Stromberger meldete sich im Sommer 1942 nach Krakau. Sie trat ihren Dienst im SS-Krankenrevier des KZ Auschwitz am 1. Oktober 1942 an. -
Erkennungsmarke des Deutschen Roten Kreuzes für Maria Stromberger für freiwillige Krankenpflege
In ihrer Position als Krankenschwester der SS gelang es Maria Stromberger, Häftlingen zu helfen, indem sie Lebensmittel oder Medikamente aus der SS-Apotheke besorgte. Zudem unterstützte sie den Lagerwiderstand und schmuggelte Briefe und Berichte von Häftlingen aus dem Lager. -
Hans Schor (1913–1945), im Vordergrund in Häftlingsuniform, Norbert Lopper (1919–2015), in Häftlingsuniform in der Bildmitte zwischen den Reihen, an der Rampe in Auschwitz II-Birkenau, 27.5.1944
Foto: vermutlich SS-Fotografen Ernst Hofmann, Bernhard Walter
Der Wiener Norbert Lopper wurde als Jude verfolgt und am 25. August 1942 von Brüssel nach Auschwitz deportiert. 1944 musste er an der Rampe von Auschwitz II-Birkenau die Ankunft seiner Mutter Regine miterleben. Der österreichische Häftling Hans Schor, der in Auschwitz als Kapo eingesetzt war, schaffte es, über den persönlichen Kontakt zu einem Wiener SS-Mann Loppers Mutter vor der Gaskammer zu bewahren. Norbert und Regine Lopper überlebten Auschwitz. -
Gürtel von Walter Fantl-Brumlik (1924–2019)
Walter Fantl-Brumlik, geboren 1924 in Bischofstetten/Niederösterreich, war seit 1944 im Auschwitzer Außenlager Gleiwitz inhaftiert. Ihm gelang es, seinen von zu Hause mitgebrachten Gürtel zu behalten. Trotz vieler Angebote tauschte er ihn nicht ein. Walter Fantl-Brumlik bezeichnete den Gürtel als sein Überlebensobjekt. An den selbst gestanzten Löchern ist seine drastische Gewichtsabnahme während der KZ-Haft erkennbar. -
Buddha-Statuette von Margareta Glas-Larsson (1911–1993)
Margareta Glas-Larsson hatte diese Statuette von ihrem Mann Georg Glas geschenkt bekommen. Bei der Aufnahmeprozedur in Auschwitz II-Birkenau gelang es ihr, dieses für sie wertvolle Andenken an ihre Liebe und ihr früheres Leben in das Lager zu schmuggeln und während der gesamten Lagerzeit zu behalten. -
Porträt von Hermann Langbein
Aquarell, unbekannter Maler, zwischen August 1942 und August 1944, KZ Auschwitz
Nur wenige Häftlinge konnten sich in Auschwitz zeichnen lassen. Vom Funktionshäftling Hermann Langbein sind mehrere Porträts erhalten geblieben. Eines von ihnen konnte Maria Stromberger 1944 zu seiner Familie nach Wien schmuggeln. Unklar ist, wie dieses Bild nach Wien kam. -
Glückwunschkarte von Häftlingen zur Hochzeit von Rudolf Friemel (1907–1944) und Margarita Ferrer Rey (1916–1987), 18.3.1944 Handzeichnung
Zur „Hochzeit von Auschwitz“ reisten Rudolf Friemels Braut, ihr gemeinsamer Sohn und Friemels Vater und Bruder an. Am Standesamt wurden Hochzeitsfotos aufgenommen, im Lagerbordell bekam das Paar ein Zimmer zur Verfügung gestellt. Als Mitglied des Lagerwiderstands half Rudolf Friemel bei der Flucht von Mithäftlingen. Am 30. Dezember 1944 wurde er deswegen am Appellplatz im „Stammlager“ Auschwitz I gegenüber dem Block 17 gehängt. -
Abschrift einer politischen Abhandlung von Alfred Klahr (1904–1944), 1944 angefertigt im „Stammlager“ Auschwitz I
Alfred Klahr war Führungsmitglied der Kommunistischen Partei Österreichs und in Auschwitz im Lagerwiderstand aktiv. 1944 verfasste er heimlich diese Schrift. Sie behandelt die Entstehung des Nationalsozialismus sowie Fragen der Mitverantwortung der deutschen Bevölkerung. Am 14. Juni 1944 flüchtete Klahr und versuchte in Warschau, Kontakt zum polnischen Widerstand herzustellen. Er wurde aufgegriffen und erschossen. -
Ausgehöhlte Kleiderbürste der „Kampfgruppe Auschwitz“ zum Schmuggeln von Nachrichten, verwendet ca. 1942–1944
Die internationale „Kampfgruppe Auschwitz“ war zunächst ein Zusammenschluss des österreichischen und polnischen Lagerwiderstands. Hermann Langbein, Ernst Burger, Rudolf Friemel, Ludwig Vesely, Alfred Klahr, Heinrich Dürmayer sowie andere Österreicherinnen und Österreicher übernahmen wichtige Funktionen. In der Kleiderbürste versteckte Langbein Aufzeichnungen über die Zustände im Lager. Maria Stromberger schmuggelte sie zu Langbeins Bruder nach Wien. Dies war einer von vielen Versuchen des Lagerwiderstands, die Weltöffentlichkeit über Auschwitz zu informieren und zu einem Eingreifen zu bewegen.
Zwischen Häftlingen und Lagerpersonal, zwischen Opfern und Täterinnen bzw. Tätern, agierten die von der Lagerleitung eingesetzten Kapos. Wenngleich selbst Inhaftierte, waren die Kapos Funktionsträger und -trägerinnen, die nicht nur das Lagerpersonal bei der Beaufsichtigung und Bestrafung von Häftlingen unterstützen mussten, sondern auch über einen wesentlich größeren Handlungsspielraum als ihre Mithäftlinge verfügten. Zumeist handelte es sich um politische Häftlinge oder so genannte Kriminelle, deren Lebensbedingungen besser waren als jene der jüdischen oder als „Zigeuner“ klassifizierten Häftlinge. Aufgrund ihrer Stellung in der Hierarchie des Lagers, nicht zuletzt aber auch durch ihre Verbindung zur SS, konnten Kapos durchaus auch das Leben von Häftlingen retten, wie zum Beispiel der Wiener Hans Schorr, der an der Rampe die Mutter Norbert Loppers vor der Gaskammer bewahren konnte. Andere Kapos nutzten ihre Stellung hingegen aus – bis hin zu sexueller Nötigung anderer Häftlinge oder sogar Mord. Obwohl Kapos dadurch selbst zu Tätern oder Täterinnen werden konnten, waren sie dennoch auch Opfer, die wie alle anderen gegen die Entmenschlichung des Lagers ankämpfen mussten.
Eine Handlungsmöglichkeit, vor allem für politische Häftlinge, bestand darin, sich zu organisieren: So waren der Wiener Heinrich Dürmayer, von September 1944 bis Jänner 1945 Lagerältester im Stammlager Auschwitz, oder der in der Schreibstube beschäftigte Hermann Langbein ebenso wie andere österreichische politische Häftlinge im Lagerwiderstand tätig. Die internationale „Kampfgruppe Auschwitz“ wurde von ihnen im Zusammenschluss mit dem polnischen Lagerwiderstand gegründet und stand im Kontakt mit Widerstandsorganisationen in Polen, aber auch in Österreich. Sie organisierte die Flucht von Häftlingen und brachte Informationen über das Vernichtungslager nach außen, in der Hoffnung, die Alliierten zu einem Eingreifen zu bewegen. Vor allem aber bot der Widerstand für seine Mitglieder Zusammenhalt und gegenseitige Hilfe und war ein Weg, der Unmenschlichkeit von Auschwitz entgegenzuwirken.
Im Unterschied dazu blieben den jüdischen Häftlingen oder Roma und Sinti wesentlich weniger Handlungsmöglichkeiten. Einigen wenigen gelang es, eine Erinnerung an ihr früheres Leben mit in das Lager zu schmuggeln, andere hielten zum Beispiel Liebe und Freundschaft, Religion oder auch der Wille, später Zeugnis von den Gräueln ablegen zu können, am Leben.
Die unterschiedlichen Bedingungen in den einzelnen Lagerteilen bestimmten wesentlich die Handlungsmöglichkeiten der dort Inhaftierten. Wer nicht in eine privilegierte Stellung wie etwa in die Schreibstube kommen konnte oder über eine Ausbildung verfügte, die ihn oder sie für die Lager-SS nützlich machte, wer nicht über Beziehungen zu anderen Häftlingen oder zur Wachmannschaft verfügte oder wer einfach weniger Glück hatte, konnte unter den unmenschlichen Bedingungen in Auschwitz kaum überleben.
Die Niederlage der Deutschen Wehrmacht in der Schlacht von Stalingrad im Winter 1942/43 markierte den Wendepunkt des Zweiten Weltkrieges. Danach begannen sich die militärischen Erfolge der Alliierten zu häufen, das Kriegsgeschehen rückte immer näher an das ehemalige österreichische Gebiet heran. Vor allem in den Städten wurde die Versorgung mit Lebensmitteln und Heizmaterial zunehmend schwieriger. Mit dem „Volkssturm“ und der Hitler-Jugend stellte das NS-Regime das letzte Aufgebot für den Krieg.
Angesichts des Vorrückens der Roten Armee löste die SS die Lager im Osten auf und evakuierte die Häftlinge, von denen viele in das KZ Mauthausen oder eines seiner zahlreichen Außenlager kamen. Zudem wurden massenhaft Häftlinge und jüdische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter auf Todesmärschen durch Österreich getrieben. Vielerorts fanden bis zuletzt Massaker an den Gefangenen statt, oft unter den Augen und zum Teil auch unter Beteiligung der Bevölkerung. Nur in Einzelfällen wurde Hilfe geleistet.
Im Mai 1945 hatten die Alliierten das gesamte österreichische Bundesgebiet eingenommen.
Nach der Niederlage von Stalingrad im Winter 1942/43 häuften sich die militärischen Erfolge der Alliierten. Ab August 1943 bombardierte die Luftwaffe der alliierten Streitkräfte auch Ziele in Österreich. Im November desselben Jahres wurde von den Außenministern der Sowjetunion, Großbritanniens und der USA die „Moskauer Deklaration“ beschlossen, die den „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich für „null und nichtig“ erklärte.
Während sich die Versorgungslage im Deutschen Reich zunehmend verschlechterte, rief das NS-Regime zum „Totalen Krieg“ auf. Mit dem „Volkssturm“ ab Oktober 1944 und der Hitler-Jugend wurde das letzte Aufgebot für den Krieg gestellt. Von den schlecht ausgerüsteten und mangelhaft ausgebildeten Alten, Jugendlichen und Kindern wurde fanatische Kampfbereitschaft gefordert.
-
Kuvert des letzten Briefes von Fanny (Franziska) Vesely an ihren Sohn Ludwig (1919–1944), verfasst am 31.12.1944
Am 30. Dezember 1944 wurden der auf der Flucht gefasste österreichische Häftling Ernst Burger sowie seine Fluchthelfer Rudolf Friemel und Ludwig Vesely im „Stammlager“ Auschwitz I hingerichtet. Ohne davon zu wissen, schrieb Veselys Mutter einen Tag später diesen Brief, der aus Auschwitz zurückgeschickt wurde. Auf dem Kuvert vermerkte sie: „Annahme verweigert, da war mein Sohn schon tot.“ -
Metallstück mit eingeprägter Häftlingsnummer von Britta (Brigitte) Lamberg (*1927), KZ Mauthausen, Ende 1944
Die 17-jährige Wienerin Britta Lamberg wurde im Oktober 1944 vom KZ Theresienstadt nach Auschwitz und Ende 1944 weiter nach Lenzing, einem Außenlager des KZ Mauthausen, deportiert. Dort erhielt sie ein Häftlingsarmband mit einer neuen Nummer. Am 5. Mai 1945 wurde Britta Lamberg befreit. -
Liste des letzten Direkttransports von Wien nach Auschwitz, 5.10.1944
Trotz des sich abzeichnenden Zusammenbruchs des NS-Regimes gingen die Deportationen weiter. Am 5. Oktober 1944 wurde der letzte Direkttransport von Wien nach Auschwitz abgefertigt, in dem sich 100 Jüdinnen und Juden befanden. Ihr weiteres Schicksal ist nicht bekannt. -
Liste des letzten Direkttransports von Wien nach Auschwitz, 5.10.1944
Trotz des sich abzeichnenden Zusammenbruchs des NS-Regimes gingen die Deportationen weiter. Am 5. Oktober 1944 wurde der letzte Direkttransport von Wien nach Auschwitz abgefertigt, in dem sich 100 Jüdinnen und Juden befanden. Ihr weiteres Schicksal ist nicht bekannt. -
Liste des letzten Direkttransports von Wien nach Auschwitz, 5.10.1944
Trotz des sich abzeichnenden Zusammenbruchs des NS-Regimes gingen die Deportationen weiter. Am 5. Oktober 1944 wurde der letzte Direkttransport von Wien nach Auschwitz abgefertigt, in dem sich 100 Jüdinnen und Juden befanden. Ihr weiteres Schicksal ist nicht bekannt. -
Liste des letzten Direkttransports von Wien nach Auschwitz, 5.10.1944
Trotz des sich abzeichnenden Zusammenbruchs des NS-Regimes gingen die Deportationen weiter. Am 5. Oktober 1944 wurde der letzte Direkttransport von Wien nach Auschwitz abgefertigt, in dem sich 100 Jüdinnen und Juden befanden. Ihr weiteres Schicksal ist nicht bekannt. -
Angesengte Dokumente von Opfern des Massakers aus dem „Judenauffanglager“ Hofamt Priel am 25.4.1945
Auf den Todesmärschen wurden zahlreiche Massaker verübt, so auch in der Nacht des 25. April 1945. Ein SS-Kommando ermordete im „Judenauffanglager“ Hofamt Priel in Niederösterreich eine Gruppe ungarischer Jüdinnen und Juden. Zur Vertuschung des Verbrechens zündete die SS ihre Leichen an. Regen verhinderte ihr vollständiges Verbrennen. -
Kriminalpolizei Wien an die Leitung des KZ Lackenbach wegen Überstellung von drei während eines Todesmarsches geflüchteten Roma, 23.2.1945
Den Roma Helmut Hoff, Paul Klein und Anton Winter gelang während eines Todesmarsches aus Auschwitz die Flucht. Sie wurden gefasst und noch im Februar 1945 in das „Zigeunerlager“ Lackenbach eingewiesen. Ihr weiteres Schicksal ist unbekannt. -
Angehörige der Hitler-Jugend ergeben sich der 44. US-Infanterie-Division, April 1945. Fotograf: unbekannt
Die NSDAP stellte mit dem „Volkssturm“ ab Oktober 1944 und der Hitler-Jugend das letzte Aufgebot für den Krieg. Von den schlecht ausgerüsteten und mangelhaft ausgebildeten Alten, Jugendlichen und Kindern wurde fanatische Kampfbereitschaft erwartet. -
Wegweiser nach Wien in kyrillischer Schrift, um 1945
Im April 1945 wurde Wien von der Roten Armee befreit. Erst am 8. Mai 1945, dem Tag der Kapitulation der Deutschen Wehrmacht, wurde das gesamte österreichische Bundesgebiet von den Alliierten kontrolliert. -
Von Bomben zerstörtes Haus in Wien-Umgebung, 1945. Foto: Peter Croy, Maria Enzersdorf
„Kein Volk der Erde hat heute mehr Grund als das deutsche, mit Vertrauen und fester Zuversicht in seine Zukunft zu schauen.“ Durchhalteparolen wie diese erwiesen sich als eines der vielen leeren Versprechen der NSDAP. Das Ende des NS-Regimes empfand ein Teil der österreichischen Bevölkerung als Niederlage und Besatzung. Für andere bedeutete die Kapitulation die Befreiung. -
Fahne mit abgetrenntem Hakenkreuz (Vorderseite) und neu aufgenähtem weißem Mittelstreifen (Rückseite)
1938 wurde das NS-Regime von vielen Österreichern und Österreicherinnen begeistert begrüßt. Das Aufnähen des Hakenkreuzes auf die österreichische Fahne war ein Ausdruck dafür. Zu Kriegsende wurde das Hakenkreuz entfernt und durch Anbringen eines weißen Mittelstreifens auf der Rückseite die rot-weiß-rote Fahne Österreichs wiederhergestellt. -
Polizeiliche Meldung von Franz Danimann (1919–2013) vom 7.5.1945
Franz Danimann blieb nach der Befreiung noch ein paar Wochen im KZ Auschwitz. Bei seiner Rückkehr meldete er sich wieder in Wien an. Auf dem Meldeschein wurde „Konzentrationslager Auschwitz“ unter „letzte Wohnung“ eingetragen. Unmittelbar nach Kriegsende gehörte Danimann zu jenen, die in Österreich die Massenvernichtung in Auschwitz öffentlich thematisierten.
Die Lager im Osten wurden mit dem Rückzug der Deutschen Wehrmacht „evakuiert“ und aufgelöst, die verbliebenen Häftlinge wurden auf „Todesmärschen“ in den Westen, auch durch Österreich, getrieben. Für viele war das Ziel das KZ Mauthausen oder eines seiner zahlreichen Außenlager. Auf einem Todesmarsch nach Mauthausen ermordeten SS-Männer im Auffanglager Hofamt Priel bei Persenbeug in Niederösterreich 228 ungarische Jüdinnen und Juden in der Nacht vom 2. auf den 3. Mai 1945. Auch an vielen anderen Orten fanden bis zuletzt Verbrechen und Massaker an den Gefangenen statt, oft unter den Augen und zum Teil auch unter Beteiligung der Bevölkerung. Nur in Einzelfällen wurde Hilfe geleistet, manchmal auch aus dem Kalkül, damit einer möglichen Bestrafung zu entgehen.
Während die Rote Armee im März 1945 die ungarisch-österreichische Grenze überquerte und sich nach Wien vorkämpfte, nahmen die amerikanischen und britischen Alliierten die westlichen Bundesländer ein. Die US-Armee befreite vom 5. bis 8. Mai 1945 das KZ Mauthausen und seine noch bestehenden Außenlager. Am 8. Mai kapitulierte die Deutsche Wehrmacht.
Das Ende des NS-Regimes empfand ein Teil der österreichischen Bevölkerung als Niederlage und Besatzung. Für andere bedeutete die Kapitulation die Befreiung. Noch während der Kämpfe um Wien beschlossen die Sozialistische und die Kommunistische Partei ihre Wiedergründung, die Österreichische Volkspartei trat an die Stelle der ehemaligen Christlich-Sozialen. Alle Parteien unterzeichneten am 27. April 1945 die Unabhängigkeitserklärung der Republik Österreich. Am selben Tag konstituierte sich die erste Provisorische Staatsregierung unter der Kontrolle der Alliierten Militärverwaltung.
Ab Herbst 1944 begannen die Transporte von Häftlingen aus Auschwitz in die Konzentrationslager im Inneren des Deutschen Reichs. Das Morden in Auschwitz ging dennoch weiter.
Gleichzeitig versuchte die SS, durch das Verbrennen der Verwaltungsakten und die Zerstörung der Gaskammern möglichst alle Spuren des Massenmords zu vernichten, indem sie die Vernichtungsanlagen sprengte und die schriftlichen Dokumente, die die Gräuel von Auschwitz belegten, verbrannte. Um dies zu verhindern, sicherten Häftlinge Beweise der dort begangenen Verbrechen. Am 27. Jänner 1945 wurde Auschwitz von der Roten Armee befreit. Ca. 35 österreichische Häftlinge befanden sich zu diesem Zeitpunkt noch im Lager.
Trotz des bevorstehenden Zusammenbruchs des NS-Regimes ging das Morden in Auschwitz weiter. Nach wie vor trafen Deportationszüge ein, deren Insassen zumeist sofort umgebracht wurden. Am 5. Oktober 1944 verließ der letzte Direkttransport mit 100 Jüdinnen und Juden Wien in Richtung Auschwitz. Teile der Vernichtungsanlagen von Auschwitz waren bereits abgebaut, mit dem Plan, sie an anderer Stelle wieder in Betrieb zu nehmen. Parallel dazu wurden die im Lager verbliebenen Häftlinge auf so genannten Todesmärschen in die Konzentrationslager im Inneren des Deutschen Reichs getrieben. Viele wurden von den Begleitmannschaften ermordet, starben auf dem Weg vor Hunger und Erschöpfung oder nach ihrer Ankunft in anderen Konzentrationslagern.
-
Heimlich angefertigte Statistiken und Aufzeichnungen von Otto Wolken, undatiert
Der Wiener Arzt Otto Wolken versteckte sich bis zum Eintreffen der Roten Armee im Lagerbereich von Auschwitz und kümmerte sich um kranke Häftlinge. Seine Aufzeichnungen zu Selektionen und Sterbezahlen hatte er geheim angefertigt und vor der SS verborgen. Damit wurde er zu einem wichtigen Zeugen bei der gerichtlichen Verfolgung der Haupttäter von Auschwitz. -
Jüdisches Gebetbuch in hebräischer und ungarischer Sprache aus dem KZ Auschwitz, 1945
Dieses im KZ Auschwitz aufgefundene Gebetbuch wurde nach der Befreiung des Lagers nach Österreich gebracht. -
Heinrich Sussmann (1904–1986), „Auschwitz“, Zeichnung, Februar 1945 in Auschwitz
Der Österreicher Heinrich Sussmann war ab Juni 1944 im KZ Auschwitz inhaftiert. Unmittelbar nach der Befreiung des Lagers zeichnete er dieses Bild.
In der Endphase versuchte die SS auch im KZ Auschwitz, möglichst alle Spuren des Massenmords zu beseitigen. Die Vernichtungsanlagen von Auschwitz-Birkenau wurden gesprengt, ein Großteil der schriftlichen Dokumente verbrannt oder weggebracht. Um dies zu verhindern, sicherten Häftlinge Beweise der dort begangenen Verbrechen. So verbarg der Wiener Arzt Otto Wolken seine geheim angefertigten Aufzeichnungen über Selektionen und Sterbezahlen. Er selbst versteckte sich bis zum Abzug der SS im Lagerbereich von Auschwitz und kümmerte sich anschließend um kranke Häftlinge.
Am 27. Jänner 1945 wurde Auschwitz von der Roten Armee befreit. Ca. 35 österreichische Häftlinge befanden sich zu diesem Zeitpunkt noch im Lager. Einige politische Häftlinge, darunter Franz Danimann und Kurt Hacker, richteten im Block 8 des Stammlagers einen „Österreicher-Block“ ein, auf dessen Innenwand Heinrich Sussmann eine große rot-weiß-rote Fahne malte. Alle verbliebenen Häftlinge wurden nun durch die Rote Armee und das kurz danach eintreffende Rote Kreuz versorgt, und die Rückführung in ihre Heimatländer wurde vorbereitet. Materielle Reste des Lagers, Kleidung, Holz und Baumaterial wurden an polnische Bedürftige verteilt, die Anlage selbst bereits im Sommer 1947 zur Gedenkstätte erklärt.
Glasfenster für die österreichische Ausstellung in der Gedenkstätte
Auschwitz-Birkenau 1978, gestaltet von Heinrich Sussmann
„Die Absicht war bei den Glasfenstern eigentlich die, die Menschen, die dort malträtiert worden sind, zerstückelt, verbrannt, auseinandergenommen, um Goldzahne zu entfernen, (…) wieder als Ganzes darzustellen. Nicht zerstückelt. Nicht als Fleischstücke, sondern als ganze Menschen, die sie ursprünglich gewesen sind.“
Interview mit Heinrich Sussmann, 1985
Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus
-
Glasfenster für die österreichische Ausstellung in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau 1978, gestaltet von Heinrich Sussmann -
„Das bittere Ende“ von Prof. Heinrich Sussmann -
„Gaskammer“ von Prof. Heinrich Sussmann -
„In Flammen betender Jude“ von Prof. Heinrich Sussmann -
„Schreiende Not“ von Prof. Heinrich Sussmann -
„Von Rauch und Flammen geschwängerter Himmel“ von Prof. Heinrich Sussmann
Heinrich und Anna Sussmann wurden als Jude bzw. Jüdin verfolgt, heirateten 1937 in Paris und schlossen sich dort der kommunistischen Widerstandsbewegung an. Das Ehepaar wurde im Juni 1944 von der Gestapo gefasst und nach Auschwitz deportiert. Anna Sussmann war zu diesem Zeitpunkt hochschwanger. Im Frauenlager brachte sie ihren Sohn zur Welt, der sofort nach der Geburt ermordet wurde. In den Interviews erzählen die beiden von ihren Leiden im Konzentrationslager.
Interview mit Heinrich und Anna Sussmann
Interviewmaterial (Audio) von Hugo Portisch, 1983
Archiv des österreichischen Rundfunks, Wien